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Doppelqueeral – von Doppelmoral und Scheinheiligkeit

Da hingen dann am vergangen Dienstag und Mittwoch die Regenbogenflaggen am Rathaus hier in Eschwege. So wie vielerorts Stadien, Arenen Regenbogenfarbig beleuchtet oder zumindest angestrahlt worden. Das alles nur wegen eines Disputs mit der UEFA, die viel zu spät die Tragweite erkannte und zwar nicht erlaubte das Münchener Stadion in der Farben der queeren Bewegung zu beleuchten, aber zumindest ihr Logo anpasste.

Hier in Eschwege löste, das Thema – wie anderswo – Diskussionen auf. Man müsse nicht auf jeden Zug aufspringen. Fussball dürfe nicht politisch sein. Dem ein oder anderen gehen die Lesbo-Schwul-Trans-Sachen eh schon zu weit. Und wie immer hat es die Recht und Ordnungswächter, die aus Kritikern der Aktion gleich Schwulenhasser machen, denn man müsse ein Zeichen setzen.

Ok, ich finde wie immer das Salz in der Suppe, mag daran liegen, das ich gerne Koche und es manchmal doch besser ist, nicht wie ein Lemming der großen Masse hinterher zulaufen.

Jetzt wird sich aufgeregt, das Ungarn wahrlich ein LGBT-feindliches Gesetz verabschiedet hat, das die UEFA nicht bereit ist ein Statement abzugeben. Jetzt jubeln alle weil ein Herr Neuer eine regenbogenfarbige Kapitänsbinde trägt. Was ist aber mit nächstes Jahr? Da findet eine Fussball-Weltmeisterschaft in einem Land statt, wo die offene Auslebung von Homosexualität im Knast enden kann? Da könnte man sich auch jetzt schon emphören oder?

Obwohl, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit den Steinen werfen. Wir geben uns hier in Deutschland immer als offenes Land. Nur muss ich mich fragen, warum Bi- und Homosexuelle Männer nur Blut spenden dürfen, wenn diese mindestens ein Jahr keine sexuelle Beziehung mit einem anderen Mann hatten? Angeblich geht es hier um den Schutz vor HIV. Als ob HIV ein reines Problem Menschen dieser Gruppen sei. HIV oder Aids, ist jedermanns Sache und eine Frage von mangelnder Aufklärung und mangelnden Schutz.

Eine von vielen Benachteiligungen im LGBT-Bereich, doch angepackt wird das Thema nicht. Die Lobby hier scheint dann wohl doch nicht groß genug sein, alten Müll von gestern, der einfach nicht mehr in die Zeit passt wegzustreichen.

Es ist nett das dieses Thema jetzt quasi in aller Munde ist und das es so viele Fahnenhänger, Beleuchter, Profilbild-Optimierer in diesem Land gibt. Ich frag mich, ob diese auch Kollektiv aufstehen, wenn ein Homosexueller mal wieder von ein paar beschränkten, nichtakzeptanzbereiten Menschen verprügelt wird und dazwischen gehen. Oder ob, wie in so vielen anderen Fällen auch einfach nur beschämt, weggeguckt wird.

Insgesamt sind wir doch, von einer wirklichen Akzeptanz noch sehr weit weg.

Klar, weiss ich das einige jetzt widersprechen werden und dabei fleissig an an ein heißes Bi-Frauenpaar denken, was sich dem Liebesspiel hingibt mit der Vorstellung, das diese einem doch an ihrem erotischen Treiben teilhaben lassen. Geht nur wenig später ein Männerpaar händchenhaltend über den Marktplatz geht das dann doch vielen zu weit. „Man muss das ja nicht gleich so offen zeigen.“ „Und überhaupt, man hätte ja nichts gegen Schwule, das geht aber mal gar nicht.“

Natürlich weiss ich, das die Lemmingfraktion unter den vielen „Diskutierenden“ aufschreien wird. Sicher gibt es die, die reagieren, die sich Hass im Weg stellen. Mag sein, aber ganz ehrlich: Es sind viel zu wenige.

Sich einen Regenbogen ins Gesicht malen, sein Profilbild mit einem selbigen zu versehen, das mag das eine sein. Der nächste Schritt sollte dann aber auch gelebte Akzeptanz sein. Dazu gehört auch Standpunkte setzen, dann wenn es schwierig ist, zum Beispiel wenn ein Mob hinter einer Person hinterher ist, die zu oben genannten Gruppen gehört sich in den Weg zu stellen oder zumindest Hilfe zu holen.

Wichtiger wäre ein Abbau der Vorurteile, den letztlich sind Menschen aus der LGBT-Szene, abgesehen von ihren Präferenzen in Sachen Liebe keine andere Menschen als Du und ich. Wer das einmal versteht, hat ein offfeneres Weltbild. Und das ist etwas was in heutiger Zeit, mit zunehmenderen Hass, Nationalismus und Egoismus, sehr wertvoll ist.

Foto:canva/ Norbert Beck/Layout & Gestaltung: mit canva/Norbert Beck

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