Zuckersüß und doch kein Geschmack

Sind wir doch ehrlich. Wir alle mögen es süß. Schokolade, Honig, Cola, Pizza. Ketchup. Ihr werdet sicher sagen: “Moment, was hat Pizza denn mit Zucker zu tun?” Nun, fast niemand sieht laufend auf die Inhaltsstoffe dessen, was er fertiger Weise so isst. In fertigem Ketchup steckt in einem Esslöffel Ketchup etwa ein Würfel Zucker. Laut der WHO, sollten wir nicht mehr als 50 Gramm Zucker am Tag zu uns nehmen. 50 Gramm, da sind etwa 14 Würfel Zucker, nach strengerer Auslegung wird sogar nur die Hälfte empfohlen. Jetzt überlegt mal wie viel Ketchup bei Euerer Currywurst ist und ob Ihr Euch die Cola danach noch leisten solltet?

Oft sind die Zuckerstoffe versteckt. Glukose-Fruktose-Sirup, Invertzucker, Dextrose. Alles Alternativen für Zucker. Alle ebenso schlimm. Und das Perfide: Macht man einen Mix aus diesen Stoffen, stehen die hinten in der Zutatenliste, das Produkt sieht auf den ersten Blick unsüß aus, hat aber genau soviel Zuckerkalorien, wie immer.

Ich könnte hier noch weiter machen und mit der sogenannten Fruchtsüsse – die ganz ohne Frucht daherkommt -, Maltodextrin, Oligofruktose, Raffinose und Laktose argumentieren und fachsimpeln, aber das führt zu weit. Ihr merkt: Die Liste der Möglichkeiten ist lang.

Warum ist dann Zucker in der Pizza oder der Salami?

Ganz einfach: Zucker ist ein Geschmacksträger, durch seine klebrigen Eigenschaften aber auch ein Bindemittel und dazu noch günstig.

Brauchen wir eigentlich Zucker?

Der Körper braucht für viele Funktionen Traubenzucker, besser gesagt die Glukose, aber die kann der Körper aus den gängigen Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln und Getreide selbst herstellen. Extra Zucker wird eigentlich nicht benötigt.

Ist brauner Zucker gesünder?

Ein Märchen, was sich heute noch in vielen Küchen hält. Brauner Zucker sieht ursprünglich aus, also unverarbeiteter, also muss es doch gesünder sein. Nur dem ist leider nicht so. Brauner Zucker ist Zucker, der oft mit Sirup braun gefärbt wird. Also Ende mit dem mehr Gesundheit. Vollzucker und Vollrohrzucker enthalten zwar mehr Mineralien, aber so wenig, dass hier kaum ein gesundheitlicher Effekt zu erzielen ist.

Aber Honig muss doch gesund sein! Oder?

Natürlich schmeckt Honig sehr gut, ist in der Regel, so, der nicht industriell verbreitet wurde, ein Naturprodukt, welches auch Spuren von Enzymen, Vitaminen und Mineralien beinhaltet. Aber zu etwa 80 % besteht Honig aus Wasser. Somit ist es eigentlich eine Zuckerlösung. Zugegeben: je nach Quelle eine sehr leckere Zuckerlösung.

Fruchtzucker muss jetzt aber gesund sein!

Jein. Fruchtzucker findet man viel in Obst und Gemüse, was per se erstmal gesund klingt. Wir sollten eh mehr Obst und Gemüse essen. Lange hat man Diabetikern empfohlen, mehr Fruchtzucker zu sich zu nehmen, weil dieser für diese ungefährlicher wäre. Jedoch nimmt man hier neben Traubenzucker auch Saccharose – also Haushaltszucker – zu sich. Hier bleibt zu sagen: die Menge machts. Zu viel ist und bleibt einfach zu viel.

Warum lieben wir Süß?

Schon die Muttermilch, die ein Baby bekommt, ist schonmal süß. Daran sind die Geschmacksnerven gewöhnt und das lieben wir. Was bedeutet, dass die Vorliebe für Süßes uns quasi angeboren ist.

Darauf setzt natürlich auch die Industrie, in dem diese bei allem möglichen Süße zusetzt. Man könnte es schon fast wie eine fatale Droge bezeichnen. Erstmal daran gewöhnt, können wir oft nicht mehr davon lassen.

Was sind die Probleme von zu viel süßem Essen?

Neben den gesundheitlichen Dingen wie Übergewicht und Diabetes, sie oft Hand in Hand schleichend daherkommen, verderben wir uns hier schon mal kräftig den Geschmack.

Wir sind so an die Süßprodukte gewöhnt, dass z. B. normale Möhren frisch vom Feld uns im Vergleich zu denen aus Glas und Dose nicht mehr schmecken. Noch krasser wird es bei den Erdbeeren, die oft noch kräftig nach gezuckert werden, um den Erdbeergeschmack aus der Marmelade zu haben, der sicher nicht von Erdbeeren kommt.

Wie komme ich davon weg?

Der erste gute Schritt ist: Weg mit allen Fertigprodukten. Egal was ihr da anfasst, irgendwo ist immer Zucker drin. Besonders perfide: Steht Zuckerarm auf einem Produkt und es schmeckt genauso gut wie das normale Produkt, wird oft an einer anderen Stellschraube gedreht. Fett. Fett ist ein Geschmacksträger und eben kein Zucker. Fett kann Geschmack verstärken. Wieder ein Ende von Wegen, dass die Industrie uns etwas Gesundes gönnen will.

Aus eigener Empfehlung empfehle ich einen Zucker-Detox. Ich rede hier nicht von wirklich Zuckerfrei. Dies gibt es eh nicht, es sei denn, ihr könnt Äpfeln oder Tomaten abgewöhnen eigene Süße zu produzieren. Ich spreche von einer deutlichen Reduzierung von Zucker.

Für mich selbst habe ich über vier Wochen nur einen Bruchteil des Zuckers zu mir genommen, den man maximal zu sich nehmen sollte. Das Ergebnis: Der Geschmack von frischem Obst und Gemüse veränderte sich und ich komme auch ohne Massen an zusätzlichen Zucker aus.

Ich hatte davon gesprochen, dass Zucker wie eine Droge ist. Nun, rechnet damit, wenn ihr Eueren Zuckerkonsum stark reduziert, dass dies auf die Laune geht. Das hat, was mit dem Belohnungssystem zu tun. Süßes sorgt dafür, dass der Körper Botenstoffe ausschüttet, mit denen wir uns besser fühlen. Jetzt das Positive: dieser Effekt ist endlich. Nach ein oder zwei Wochen werden sich die Effekte auf Euere Laune normalisieren.

Was ist mit Zuckerersatzstoffen?

Stevia, Erythrit, Xylit sind teilweise kalorienfreie Zuckerersatzstoffe. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sind diese unbedenklich.

Hier muss jeder für sich selbst sehen, ob und welche Mengen vertragen werden. So können diese Produkte in höheren Mengen mitunter abführend wirken. Stevia wird aus der Steviapflanze gewonnen, einem Korbblütengewächs. Solche Gewächse haben ein erhöhtes Allergierisiko. Zudem gibt es erste Hinweise, dass Stevia in hohen Dosen Krebserzeugens sein könnte.

Das Problem mit den Ersatzstoffen ist, dass viele zwar auf den ersten Blick gesund sind, aber hier noch viele Untersuchungen notwendig sind, um diese wirklich zu bewerten. Zudem sind die Ersatzstoffe oft nicht wirklich günstig.

Meine Meinung

Weniger ist oft mehr. Seit ich deutlich weniger Zucker zu mir nehme, fühle ich mich besser. Frisches Essen schmeckt mir deutlich besser. Und ungesüßter Tee oder mit Obst, Gemüse oder Kräutern aromatisiertes Wasser, ist genauso lecker wie Cola und Co., was mir mittlerweile unnatürlich süß vorkommt.

Zu den zuckersüßen Industrieprodukten gibt es oft Alternativen, die man mit geringem Aufwand und dazu günstig selbst machen kann. Zum Beispiel, den Ketchup mit nur 3 Esslöffel Zucker auf 1,5 Liter Ketchup und unter 60 Kalorien für 100 ml (etwa 3 Esslöffel) Ketchup. Das Rezept hierzu werde ich die Tage veröffentlichen.

Foto: canva PRO / Beitragsbild-Layout: canva PRO und Norbert Beck


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