Der schmale Grat und die Schnelllebigkeit

Am Wochenende las ich einen Bericht eines Blogs, der in derselben Bloggergruppe wie ich in Facebook aktiv ist. Man liefert einander Ideen, zeigt Top-Berichte und bespricht relevante Themen. Nun brachte eine Bloggerin ein Thema auf, was mich nachdenklich machte. Es ging darum, wie schnelllebig die sozialen Medien sind und wie man damit umgeht.

Natürlich sprach die Autorin auch Medien wie TikTok und Co. an, wo ich nicht aktiv bin und ehrlich gesagt auch nicht aktiv sein möchte. Auch bestimmte Trends, die ich nicht mitgehe.

Wer den Bericht gerne selbst lesen möchte, dieser ist im Blog von AndySparkles unter

zu finden. Einige Punkte darin sind leider mehr als wahr.

Vor über 10 Jahren, war ich mit dem Motto „Ich bin schlank, man sieht es nur noch nicht“ schonmal aktiv. Dies in erster Linie in zwei Foren. Einmal auf laufforum.de und einmal auf abnehmen.com. Lang, lang ist es her. Seit dem hat sich viel getan. Wurde in den Foren mancher Beitrag auch schon mal zerredet und die Diskussionen gingen am Thema vorbei, wurde aus der Sache später eine eigene Homepage, dann kamen die Satelliten in den sozialen Medien, wie Facebook, Twitter, Pinterest, ThumblR und zuletzt Instagram dazu, die fast obligatorisch sind, wenn man gesehen werden will. Podcast, Videocast. Man kann soviel machen.

Letztlich frisst aber alles nur Zeit. Und das Blogging und Podcasting ist für mich ein Hobby und kein Beruf und nichts, womit ich Geld verdiene.

Will man konsequent Podcasten, muss man permanent Content bringen. Am besten täglich, noch besser zwei, dreimal am Tag, damit man im Blickfeld bleibt.

Es hat sich aber auch vieles geändert. Reels haben in diversen Medien Einzug gehalten. Ich empfinde diese Neuerungen eher nervig. Leider aber auch konsequent. Ein Kumpel aus der Schweiz hat neulich Fotos von einem Trip nach Budapest veröffentlicht, häppchenweise. Die Begründung war, dass die Aufmerksamkeitsspanne bei nur 2 Minuten läge. Ich nannte ihn dafür einen unverbesserlichen Optimist. Ich hoffe, dass er mir das nicht übel genommen hat.

Fakt ist: Vor 10 Jahren hat man noch richtig gelesen und zugehört. Heute muss man die Leute in wenigen Sekunden kriegen und die Aufmerksamkeit dauert auch nicht 2 Minuten, sondern auch nur wenige Sekunden. Guckt Euch doch mal die Timelines von Zeitungen oder Nachrichten-Magazinen genauer an.

Wie viele Reaktionen werden von Usern geschrieben, die gerade mal die Überschrift gelesen (und oft genug nicht mal die verstanden haben) ohne dass auch nur der dazugehörige Bericht, das dazugehörige Video oder der dazugehörige Audiobeitrag konsumiert wurde. Besonders peinlich wird, die Reaktion, wenn die Antwort dann im Gegensatz zu dem ist, von dem eigentlich berichtet wird.

Viele Freunde, Bekannte und ja auch Follower von früher sind nicht mehr aktiv. Interessen ändern sich. So auch die Medien.

Instagram bringt schnellen, zeitlich begrenzten Ruhm, aber nicht wirklich Follower. Die Zahl derer, die regelmäßig Blogs lesen, lässt nach.

Ich bin niemand, der Reels bedienen will. Zu schnelllebig, zu belanglos und dazu nichts Dauerhaftes. Vielleicht bin ich einfach nur Oldschool. Oldschool ist aber generell gar nicht so schlecht. Allerdings bringt Oldschool nur begrenzt dauerhafte und wiederkehrende Besucher.

TikTok, kann ich nichts mit anfangen. Irgendwie scheinen viele darauf ja abzufahren und sich das die ganze Zeit hereinzuziehen, selbst beim durch die Stadt laufen, wo ich es abfeiern würde, wenn das wie ein Handyzombie durch die Stadt laufen mit einem Doing vor dem Laternenpfahl endet. Ein Handy, das Internet, die sozialen Medien, das sind für mich Dienste, wo ich meine Ziele verfolge. Ich will nicht deren Marionette werden.

Natürlich könnte ich mich für mehr Follower verbiegen. Anfangen, anderen Leuten Honig um den Bart schmieren und nach deren Interessen reden. Ich könnte auch täglich 10 neue Geschichten und zweimal wöchentlich einen Videocast posten. Nur damit ich in Euerer Timeline lande. Aber was wäre das Ergebnis?

Am Ende wäre ich nicht mehr ich, sondern nur ein weiterer Influencer, der zum Sklaven seines Publikums wird.

Mein Ziel ist es, etwas zu posten, zu podcasten, wenn ich etwas zu sagen habe und nicht nur, weil die Leute von mir erwarten, dass in einem bestimmten Rhythmus etwas Neues, sei es, was auch immer kommt. Ich will auch schreiben und sprechen, wie ich es will und vor allem über das, was mich bewegt. Nur so bleibe ich authentisch. Authentisch ist für mich etwas mit einem sehr hohen Wert. Ich will keine Maske aufsetzen, um der zu sein, der wahrgenommen wird.

Klar, ich poste auch manchmal zeitlich versetzt. Sicher ist es schön zu sehen, wo ich Urlaub mache oder mich entspanne oder was ich so mache. Im Urlaub habe ich aber lieber meine Ruhe und gehe den Dingen nach, die mich interessieren. Wenn es interessant genug ist, schreibe ich auch darüber oder mache einen Podcastbeitrag. Aber ich fahre sicher nicht an gefährliche Orte, nur um da ein Foto zu machen oder setze mich in Szene, um mich über anderen zu erheben.

Die ganze Influencerszene ist mir sowas von fremd, wie unheimlich. Vielleicht liegt das daran, dass ich kein Geld damit verdiene und darin, auch wenn es Zeit frisst und einen Aufwand darstellt, keine Arbeit sehe. Arbeit ist das, was ich im Büro meines Chefs mache und womit ich mein Geld verdiene.

Sicher, auch ich möchte Menschen beeinflussen. Wege zeigen, meinen Weg zeigen und anspornen, den eigenen Weg zu gehen. Aber dies soll in einem normalen Rahmen stattfinden. Ihr nennt das Oldschool. Damit kann ich leben. Aber natürlich bin ich auch über mehr Reaktionen auf meine Beiträge erfreut, es ist quasi wie der Applaus, den Künstler bekommen. Denn letztlich, um es mit den Worten eines Kabarettisten und Comedian aus dem Rheinland zu sagen: „Ich bin ein Clown und ich will gar nichts anderes sein…“

Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: canva PRO und Norbert Beck

Rechtschreibung

Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.

Mal im Ernst: Jeder, der schreibt, macht mal Fehler. Die Texte in diesem Blog werden vor Veröffentlichung mit einer Basic-Version von languagetool.org geprüft, sodass zumindest die gröbsten Fehler draußen sein sollten. Damit haben die Texte in diesem Blog schon mal weniger Fehler als die unserer hiesigen Heimatzeitung, und das will schon was heißen.

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