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Bärtiger Trend oder trendiger Bart?

Ich muss Euch warnen, manch ein Spruch, den ich hier heute bringe, hat einen ziemlichen Bart. Kein Wunder geht es doch hier auch um die männliche Gesichtsbehaarung. Beim Barte des Propheten könnte es hier durchaus auch haarig werden.

Natürlich will ich keine Haarspalterei betreiben, aber lange bevor George Clooney und Brad Pitt mit Gesichtspelz rumliefen, sah man mich schon bärtig meine Runden drehen. Man könnte fast behaupten, ich wäre damit ein Trendsetter gewesen.

Trendsetter. Das sind Personen oder Persönlichkeiten, denen man nachahmt. Zieht ein Trendsetter heute eine Rosa gepunktetes T-Shirt an, so machen es morgen fast alle – zumindest all die, die diesem Trend folgen, so blödsinnig er auch sein mag.

Bart unterliegt dabei fast schon der Mode. Früher waren diejenigen die geherrscht haben, die dabei den Ton angaben. Könige, Fürsten, Kaiser, alle hatten Bärte. Etwa bis Ludwig XIV die Glasrasur zum Standard machte.

Intellektuelle, wie Karl Marx oder Friedrich Nietzsche, trugen ihn als Zeichen der Kritik oder einer revolutionären Gesinnung. Wurden dabei aber selbst schon wieder Vorbilder der Blaublüter, die spätestens mit Kaiser Wilhelm I. und später auch Wilhelm II., die Gesichtshaartracht wiederentdeckten.

Im Zwanzigsten Jahrhundert wurde Körperbehaarung mehr und mehr verpönt. Die einzigen Ausnahmen, die von dieser Regel nicht erfasst wurden, schienen die Kunstfigur James Bond – in Form des legendären Sean Connery – und Burt Reynolds – dessen Oberlippenschnäutzer zum Kultobjekt verkam – zu sein.

Erst durch die Hippster-Bewegung in den 2010er Jahren wurde der längere Vollbart wieder zum Trend. Was schon ein gewisses Zeichen von Ironie ist, wollte diese Bewegung sich doch vom Mainstream abgrenzen und wurde damit selbst zum selbigen.

Die Pflege eines Bartes ist aufwendig. Wenn man gemein wäre, könnte man sagen, dass man mit Bart immer was zu Essen bei sich hat. Damit fangen aber in diesen Zeiten die Probleme an. Barbiere dürfen in Corona-Zeiten leider nicht ihrem Job nachgehen, weil dies zu Körpernah ist und damit ein zu hohes Ansteckungsrisiko besteht.

Will man seinem Bart was Gutes tun und gleichzeitig Schuppenbildung und Juckreiz vorbeugen, so pflegt man ihn regelmäßig mit Shampoo und Bartöl. Selbst Haaranlegen sollte man dabei lieber nicht tun, denn das Ergebnis aus der Ich-Perspektive, ist sicher nicht so gut, wie dies durch einen geübten und gelernten Gesichtshaardompteur erzielt wird.

Bei mir hatte der Bart eigentlich immer drei Gründe:

  • Wie mein Altvorderer leide ich zeitweilig an Gesichtshautproblemen, die so ein Bart gut verdeckt.
  • Ein Bart macht älter. Während ich in leichteren und unbärtigeren Jahren meist 10-15 Jahre zu jung eingeschätzt wurde, korrigierte sich das mit Bart ins richtige Alter.
  • Und ich bin ein Landpirat. Ich mag die Küste, die Seefahrt und wie heißt es so schön: „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren, müssen Männer mit Bärten sein!“

Dennoch muss der Bart demnächst zeitweilig weichen. Er ist zu lang geworden und ohne Babier gibt es da nur die Wahl weiter so lassen oder ab. Nebenbei geraten ausfallende Haare immer mal wieder unfreiwillig in den Mund und reizen so zu Hustenanfällen, wo ich froh bin, dass diese Asthmabedingt durch die entsprechende Medikation deutlich weniger geworden sind. Auch wird es einem Friseur die Arbeit erleichtern, wenn dieser – so ich denn einen Termin vor dem nächsten Shutdown bekomme – erkennen kann wo das Haar aufhört und das Gesicht anfängt.

Vielleicht „setze“ ich damit einen neuen Trend. Immerhin bin ich dann erstmal wieder „glatt wie ein Androidenpopo“, wie es William RIker in STARTREK – der Aufstand, so schön sagte.

Foto: Norbert Beck/Design mit canva

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