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Das erste Training – Gescheitert an sich selbst

Was habe ich mich gefreut, als ich endlich die Verordnung für Rehasport in den Händen hatte, die Krankenkasse, dies alles genehmigte und ich meine ersten Termine für den Kurs bekam. Ich hatte meine Brooks Adrenaline rausgekramt, die ich im letzten Herbst bestellt und bewusst für ein Studiotrainings zurückgelegt hatte. Ich hatte Badetücher bestellt zum Geräte abdecken und mir ausgemalt, wie großartig alles werden würde.

Ein ehemaliger Handballtrainer arbeitet in der Rehaeinrichtung. Dieser kennt mich noch von früher und begrüßte mich freudig. Papiereaustausch. Einchecken mit der Krankenkassenkarte.

Dann er Frust. Umkleide, gab es nicht wirklich. Umkleide, Dusche und WC gesperrt. Corona. Man hatte eine Niesche, wo man seine Sportschuhe umziehen konnte. War OK, das passte schon. Dann standen wir zu sechst im Kursraum. Die Trainerin kam. Und ich sah mich um. Teilweise waren die anderen Teilnehmer sportlich, teilweise weniger und dann gab es noch mich.

Ihr ahnt sicher schon, dass das kein gutes Ende nehmen würde.

Wir machten Übungen zum Aufwärmen im Stehen. Lange stehen kann ich ohnehin nicht, weil dann mein Rücken sich meldet. Daher mache ich meine Arbeiten zuhause auch schrittweise. Wenn der Schmerz kommt, mache ich eine kurze Pause und dann geht es weiter. Dies hatte ich hier nicht. Und der Schmerz meldete sich. Aber nicht nur der Schmerz war das Problem.

Meine Beweglichkeit geht gegen Null. Feinmotorik, was ist das. Gegenüber im Spiegel war ein Elefant der Ballett tanzen wollte. So ein Mist. Die Übungen wurden immer definierter, das Einzige was ich definierte waren meine Defizite in allen Bereichen. Da bekam ich den Fuß nicht richtig hoch, da war der fette Bauch im Weg. Beim in die Hocke gehen, sagte das rechte Knie „Geht’s Du sofort hoch oder ich leg dich auf die Fresse.“ Und sehr schnell kam ich mir fehl am Platz vor.

Matten, um auf den Boden zu gehen. Nicht dran zu denken. Selbst wenn ich runtergekommen wäre, wäre ich nicht mehr raufgekommen.

Statt einer Matte bekam ich einen Hocker. Sollte die Übungen so gut wie es geht nachempfinden. Ja klar, die Leute lagen auf den Rücken und versuchten Radzufahren. Versucht das mal auf einem Hocker.

Ich kann der Kursleiterin keinen Vorwurf machen. Die Übungen sind so ausgelegt, dass der grobe Querschnitt die hinbekommen sollte. Das dies bei individuellen Problemen nicht immer passen kann ist klar. Und vor allem ist die Frau nicht schuld, dass mein Körper so abgewrackt ist das ich bei den Aufwärmübungen schon deutlich an meine Grenzen kam.

Von den ganzen Übungen habe ich bestenfalls 20 % mitgemacht und das mehr schlecht als recht. Ich habe schon geahnt, dass mein Niveau nicht hoch ist, aber das war einfach nur Grausam, machte absolut keinen Spaß.

Freitag hätte ich den nächsten Termin. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich ihn wahrnehme? Eher würde ein Wolf Vegetarier werden.

Meine Gedanken drehen sich seitdem darum, ob ich es Herzrisiko hin oder her, nicht doch einfach mit Walking wie vor 10 Jahren probieren sollte. Wenn der Rücken Probleme macht, muss ich halt eine Pause einlegen. Aber immerhin wäre das etwas was ich machen könnte, ohne mich zu frustrieren. Eins steht fest, wenn ich die Nummer wie heute beim Kurs weiter mache, besteht nur das Risiko das ich vor Frust komplett aufgebe.

Wenn ich durch das Walking ein etwas Gewicht verliere, würde die Beweglichkeit auch besser werden und ich könnte einen zweiten Anlauf mit dem Kurs nehmen. Die 120 Termine müssen bis 2024 genommen sein. Das sollte nicht das Problem darstellen.

Foto: Norbert Beck/Layout: canva

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