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Bei Ilse und Willy auf dem Land

Irgendwie denke ich immer gerne an meine Urlaube in Dithmarschen zurück. Dithmarschen ist Kohlgebiet. Wenn ihr im Spätherbst bei Euerem Supermarkt frischen Kohl kauft, dieser aus deutschen Landen ist, ist dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit in Dithmarschen, an der Nordseeküste gewachsen. Ich denke, weniger wegen des Kohles an Dithmarschen, sondern wegen der Stände und Verkaufsläden, die man an fast jedem Bauernhof hat.

Gerade zur Erntezeit ein Füllhorn an Obst und Gemüse. Dazu noch Fleisch, Lamm und Geflügel, frisch und lecker. Ich weiss nicht, ob es heute noch so ist, aber vor dem Kreisel bei Büsum, gab es auf der grünen Wiese einen permanenten Markt, wo man zu den o. g. Dingen noch Brot und Fisch bekam. Wer sich frisch und nachhaltig Ernähren wollte brauchte nicht mehr.

Bei uns im Werraland hat man so Einkaufsmöglichkeiten oft nur auf den Wochenmarkt und in einigen wenigen Hofläden. Die besseren Hofläden, haben eine Art kleinen Verbund, wo es neben den eigenen Produkten dann auch schonmal Käse aus einer nahen Käserei, Liköre und Obstweine aus Witzenhausen und ähnliche Produkte gibt. Aber gemessen an dem was ich immer wieder an der Küste im Urlaub sehe, steckt das ganze bei uns leider noch etwas in den Kinderschuhen.

Trotzdem kann man auch hier mit zwei, drei Hofläden sich sehr gut mit regionalen Produkten – in der Regel in bester Bio-Qualität – versorgen.
Jetzt, wird sicher der ein oder andere sagen: Du musst doch reich sein.

Ist Bio und Regional teurer?

Eher nicht. Gerade, wenn man wie ich einen Kleinhaushalt führt, ist Bio nicht wirklich teurer als ein Einkauf im Supermarkt.
Sind wir doch mal ehrlich. Wir kaufen am Wochenende Tomaten. Meist sind die im Supermarkt abgepackt. 500 Gramm, 1000 Gramm im feinsten Plastik. Neben dem Müll, oft für eine Person viel zu viel. Und Mitte/Ende der Folgewoche, fängt man dann an, so nach und nach das was man nicht gegessen hat wegzuschmeißen.

Rechnet man das, was man wegschmeißt auf dem Preis um, kann man sich meist auch gleich die passende Menge, die man wirklich verbraucht in Bio-Qualität vor Ort holen.

Saisonal ist optimal

Ein anderer Punkt ist: Brauchen wir wirklich im Winter Erdbeeren und andere Sommerfrüchte? Beim Spargel haben wir uns daran gewöhnt, dass es diesen von März/April bis zum Johannistag gibt. Aber bei vielen anderen Produkten sind wir von der Verfügbarkeit von 365 Tagen im Jahr verwöhnt.
Dabei sind wir doch mal ehrlich. Die Tomaten im Winter aus dem Gewächshaus, sehen zwar aus wie Tomaten, schmecken meist aber nur nach Wasser.

Saisonal einkaufen kann dabei Geld sparen. Gurken, in der Saison im Supermarkt meist, um die 50 Cent zu haben, bekommt man oft auf dem Wochenmarkt deutlich günstiger. In der Haupterntezeit sind die Gärtnereien und Bauern froh, wenn sie die Ware schnell beim Kunden haben und da sind schon mal Angebote wie 3 Gurken für 1 Euro und ähnliches drin. Vergleichen lohnt sich.

Du bist was Du isst

Gerade was Fleisch angeht, erwarten viele Menschen, dass das tägliche Fleisch fast nichts kosten darf. Dies geht im Normalfall zu lasten des Tierwohls. Eingepferchte Tiere, die mit monotonem Futter vollgepumpt werden, sich kaum bewegen können und deren medizinischen Probleme mit allerlei aus dem Medizinschrank gelöst werden können. Oft sind die Medikamente noch nachweisbar, wenn das Fleisch beim Discounter und Supermarkt in der Wurst- und Fleischtheke liegt.

Wer regional kauft, hat eine andere Bindung zum Tier. Denn es ist schon was anderes, wenn man die Hühner mit ausreichend Auslauf auf einem Bauernhof frei rumlaufen sieht, als wenn diese in irgendwelche Käfige gesperrt werden, wo diese sich kaum um die eigene Achse drehen können.
Klar, das Fleisch beim Hofladen ist schon etwas teurer, aber mal ganz ehrlich muss es täglich Fleisch sein?

Ich kann mich an meine Jugend noch erinnern. Da war Samstag Schnitzeltag, sonntags gab es den üblichen Sonntagsbraten unter der Woche gab es dann bestenfalls noch mittwochs Fleisch oder Bratwurst, wenn meine Mutter auf dem Wochenmarkt war. Weniger, ist manchmal eben mehr und in vielen Fällen sogar gesünder.

Seht Euch doch auch mal in Euerer Region um, was ihr dort für Angebote habt und macht mal den Selbstversuch. Es würde mich nicht überraschen, wenn ihr nicht viel teurerer wie bisher einkauft, dafür aber schmackhafte und gesunde Ware im Korb habt, von der ihr wisst, wo diese herkommt.

Foto: canva/Layout & Gestaltung: mit canva/Norbert Beck

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