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Der tut nix, der walkt nur

Der Begriff Nordic Walking, beschreibt schnelles gehen mit Unterstützung von Stöcken im Rhythmus der Schritte. Bekannt wurde dieser Sport so um die Zweitausender Jahre, als der Hersteller Exel die ersten Nordic Walking Stöcke herausbrachte und durch ein Werbeflugblatt diese Sportart International bekannt gemacht wurde.

Dabei ist Nordic Walking schon deutlich älter. Schon Mitte der Siebziger Jahre etablierte der finnische Trainer Mauri Repo, eine Trainingsmethode – ein Sommertrainingsplan für Skiläufer.

An sich ist Walking nicht schlecht, aber das Image ist nicht wirklich gut.

Das Problem sind die vielen Vorurteile gegenüber Walking, die sich leider aber auch allzu oft im Alltag bewahrheiten.

Das Rudelverhalten

Ein Walker mag noch gehen. Aber sobald es mehr werden und man eine Gruppe bildet, wird Walking oft problematisch. Ob es nun das langsamere Tempo gegenüber Läufern ist oder daran liegt, dass man weniger Kompetenz auf die Strecke bringt, ich kann es nicht sagen. Aber so ziemlich jeder Läufer hat so seine Erfahrungen mit Walkern gemacht.

Auf Feldwegen stehen oft Schilder oder Wegbemalungen mit der Aufschrift: „Rücksicht macht die Wege breit…“ Ein Text der auf das Verhältnis der Landwirtschaft zu den anderen Wegbenutzern gemünzt ist. Nur leider bei Walkerrudeln, gilt eher, dass diese die Wege zu machen.

Ob es nun daran liegt, dass man beim gemeinsamen Walken gut schnuddeln kann und so die Welt um sich rum vergisst oder ignoriert, kann ich nicht beurteilen. Nur selbst ich als langsamer Läufer, bin oft genug in so Gruppen reingelaufen, habe ich sogar lautstark bemerkbar gemacht. Die Reaktion war meistens fast null.

Platzmachen, mal ein Stück hintereinander walken, Fehlanzeige. Im Regelfall ist das so geendet, das ich dann frustriert über die nebenliegende Wiese überholt habe und damit sich schneller vorbei komme sogar noch zum Sprint angesetzt habe.

Heute, wo ich gewichtigsmäßig selbst noch nicht mehr als Walking machen kann, achte ich selbst – auch wenn ich mit Kopfhörern unterwegs bin, darauf, dass ich anderen Sportlern nicht im Weg bin. Da ich dies selbst auch von anderen Sportlern erwarte, verhalte ich mich entsprechend gegenüber anderen genauso. Sowas nennt man Fairness unter Sportlern.

Die Sache mit der fehlenden Technik

Das größere Problem – und was leider genausooft für Spot sorgt – ist die mangelnde Technik, mit der viele Sportler unterwegs sind. Leider passiert das so häufig, das dieses Fehlverhalten als Allgemeingültig bezeichnet wird.

Schleifende Stöcke, unkontrollierte teils auch ungelenke Bewegungen mit selbigen, lassen Nordic Walker nicht gerade optimal rüberkommen. Mediziner würden hier sagen, dass es positiv ist, wenn die Menschen sich überhaupt bewegen, aber für den Trainingseffekt, sind schleifende Stöcke eher sinnfrei.

Der Unterschied ist: Richtig ausgeführt, kann Nordic Walking über 90% der Muskeln beanspruchen. Falsch ausgeführt, handelt man sich unter Umständen aber auch Fehlstellungen und Gelenkprobleme ein.

Die passende Ausrüstung

Richtiges Equipment ist hier maßgeblich. Stöcke sind keine hübschen Accessoires, sondern müssen individuell zum jeweiligen Walker passen. Insbesondere die Stockhöhe ist mit Entscheidend damit es nicht zu Ausgleichbewegungen im Bereich der Schulter kommt. Empfohlen ist hier die Faustformel: Körpergröße x 0,66. Viele Stöcke haben eine Telekop-Funktion und lassen sich zumindest stufenweise auf eine passende Größe verstellen.

Walkingschuhe, sind im Bereich der Sohle mehr abgerundet. Dies soll für ein flüssigeres Abrollen der Füße sorgen. Nur hier sollte man die Kirche im Dorf lassen. Ein gut passender Laufschuh ist genauso zum Walking geeignet.

Walken oder Laufen?

Jahrelang wurde propagiert, das Walking gelenkschonender als Laufen sei. Dies gilt aber mittlerweile als widerlegt. Richtig ist, dass die Muskeln und Gelenke mehr Bewegungsarbeit beim Laufen übernehmen und mehr abfedern. Allerdings baut Lauftraining die Muskulatur auf und bietet somit einen perfekten Schutz.

Geht es einem ums Abnehmen ist Laufen von Vorteil. Allerdings sollte man als Bewegungslegastheniker, doch eher mit Walking anfangen und so den Körper langsam wieder an die Bewegung heranzuführen.

Umbauarbeiten im Körper

Ein untrainierter Körper muss erstmal wieder lernen, wie er mit seinen Fettreserven umgehen muss. Sehnen, Gelenke und Muskeln brauchen auch einige Zeit, sich wieder daran zu gewöhnen, sich mehr zu bewegen. Hier sollte man nicht zu intensiv einsteigen und dafür ist Walking optimal.

Wenn man aber zu beidem in der Lage ist und sich die Frage stellt, ob man nun besser Walken oder langsames Laufen machen sollte, würde ich dem Laufen dem Vorzug geben. Laufender weise, bewältigt man in der Regel eine Strecke schneller als beim Walken, was bedeutet das man schneller sein Kalorienziel erreicht. Auch bietet Laufen mehr Anspruch für das Herz- und Kreislaufsystem, was besser trainiert wird und so zu einem besseren Wohlbefinden beiträgt.

Meine Erfahrung

Bei meiner Abnehmphase vor 10 Jahren bin ich fast wie von selbst vom Walken zum Laufen übergegangen. Auch diesmal habe ich wieder mit dem Walken angefangen, wobei ich mittlerweile Walking ohne Stöcke betreibe. Man ist einfach freier und unabhängiger.

Der Plan ist aber, dass ich sobald ich gewichtsmässig wieder im Bereich von deutlich unter 150 Kilo bin, ich wieder mit langsamen, aber moderaten Lauftraining anfange. Wichtig, ist aber hier das ich mein Asthma wieder so im Griff habe, dass Sport ohne das ich Anfälle provoziere, wieder möglich ist. Hier bin ich auf einem guten Weg. Aber auch die Rückenprobleme sollten, bis dahin wieder so im Rahmen sein, das diese einem regelmäßigen Lauftraining nicht im Wege stehen.

Foto: canva/Layout & Gestaltung: mit canva/Norbert Beck

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