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Rücksicht macht die Wege breit!

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Da ist es schon wieder passiert. Ich gehe genüsslich meine Bruchteichrunden, kommt mir ein Radfahrer entgegen. Der Weg hat zwei Spuren, natürlich fährt der Radfahrer auf meiner Spur, also die Innenseite zum See. Logisch, man hat halt den besseren Blick, wenn man direkt am See ist und nicht etwa 1,5 m daneben. Der Radfahrer macht keine Anzeigen die Spur zu wechseln, ich mache auch keine. Am Ende wechselt der Radfahrer grummelnd die Spur. Gewonnen. Aber musste er das? Was ist zu beachten? Wie könnte es besser laufen?

Eigentlich habe ich die negativsten Erfahrungen weniger mit Radfahrer oder Läufern gemacht. Aber oft mit Nordic Walker, Spaziergängern und Autofahrern – leider.

Grundsätzlich gilt, dass auch Feld- und Waldwege kein rechtsfreier Raum sind. Kann ich jetzt pauschal davon ausgehen, dass die StVo gilt?

Das ist nicht so einfach, zu beantworten. Hier gilt, ob der Weg in öffentlicher Hand ist oder nicht. Im Falle von Waldwegen gilt, dass diese in der Regel Privatbesitz sind. Hier gelten somit die Regeln des Eigentümers. Im Regelfall ist es so, dass die Durchfahrt entweder durch Schilder oder Schranken untersagt ist. Das Recht macht hier formal kein Unterschied zwischen Fahrrad und Auto. Wenn man es also auf Punkt und Komma auslegt, würde dies bedeuten, dass auch Radfahren auf diesen Wegen untersagt ist.

Oft wird es jedoch zumindest geduldet. Einfacher ist es, wenn es sich bei dem Weg um einen offiziellen Radweg handelt. Diese sind aber normalerweise entsprechend ausgewiesen.

Ist der Weg in öffentlicher Hand, dann gilt auch die StVo und damit auch das darin enthaltende Rechtsfahrgebot. Nehmen wir o. g. Fall wo mir der Radfahrer entgegen kam, ich war in meiner Richtung rechts unterwegs, der Radfahrer nicht. Also formal alles richtig gelaufen, auch wenn er grummelte.

Besser ist es aber, wenn man sich einig. Dies kann z. B. durch Handzeichen geschehen. Sinnvoll kann es sein, mal auf sein Recht zu verzichten. Denn gegenseitige Rücksicht macht wie Wege breit.
Es ist unbestritten, dass es schöner ist, wenn bei einem zweispurigen Weg jemand neben einem walkt, läuft oder fährt. Nur die Wege gehören einem nicht allein. Müssen andere für einem unnötigerweise den Weg über die Wiese oder den Feldrand fortsetzen, führt das zu Frust und verständlichen Ärger.

Bei Laufgruppen, mit denen ich früher unterwegs war, war es üblich das der- oder diejenige die vornewegliefen nach vorne, der letzte nach Hinten abgesichert hat. Gibt es Gegenverkehr oder kommt jemand schneller von Hinten, wird Signal gegeben und alle gehen dann, auf die Spur rechts in Laufrichtung. Die andere Spur bleibt dann für den Gegenverkehr oder zum Überholen frei.

Die Werbekampagne „Rücksicht macht die Wege breit“ wirbt in erster Linie für ein besseres Miteinander zwischen Landwirten und – zumeist – Radwanderern.

Ja, es ist blöd, wenn ein Bauer mit großem Gerät die Feldwege versperrt. Aber bevor man meckert, sollte man überlegen, dass diese, wenn die Frucht auf den Feldern reif ist, der Landwirt oft nur ein sehr enges Zeitfenster zur Ernte hat. Und normalerweise ist dieser dann, sobald das Feld abgeerntet wurde, genauso schnell verschwunden, wie er vor Ort gekommen ist.

Trotzdem sollten Landwirte aufpassen, insbesondere wenn es sich um offizielle Radwanderwege handelt, die Wege nicht komplett zu versperren, genauso wie die Bewegungsfreunde nicht auf Kampf, wie eine Hammelherde versuchen müssen Engstellen zu passieren. Wenn beide Seiten aufeinander achten und Rücksicht nehmen, sind auch enge Wege breit.

Sollten Radwanderwege nach Wirtschaftsarbeiten mal komplett verdreckt und damit ggf. gefährlich befahrbar sein, kann ein Hinweis an das lokale Fremdenverkehrs- oder Tourismusbüro helfen. Die kennen in der Regel die Ansprechpartner vor Ort, die sich um die Angelegenheit kümmern. Da Premium- und Radwanderwege auch touristische Aushängeschilder für die Region sind, sind diese natürlich daran interessiert, das auf und um die Wege alles in Ordnung ist.

Übrigens es kann sich lohnen mit den Landwirten auch mal ein paar Worte zu sprechen. Des Öfteren gibt es am Rande von Bauernhöfen, sogenannte kleine Besenwirtschaften, wo lokale Produkte für gutes Geld serviert werden. Insbesondere wenn man längere Touren macht, kann das eine sehr interessante Alternative zur Verpflegung sein.

Foto: Norbert Beck/Layout & Gestaltung: mit canva/Norbert Beck

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