Biggest Crap-Büfett

Es müsste, wenn ich die Werbung richtig gesehen habe, die 12. Staffel sein. Die 12. Staffel des SAT1-Formats „The Biggest Loser“. Einst bei PRO7 gestartet, dann zum damaligen Nr. 1-Sender der SAT1PRO7-Gruppe hochgelobt, geht die Sendung Jahr für Jahr an den Start. Wenn sich etwas so lange hält, muss es doch eine gute Sendung sein, oder?

Ich muss zugeben, ich habe von der Sendung wenig gesehen. Doch da ich mich mit dem Thema Übergewicht beschäftige, kommt man um das Thema nicht herum. „Mach doch mal da mit, du rockst das…“, war die Ansage, die mir jemand dazu machte. Meine Antwort war wie von Ingrid aus der Indeed-Werbung – als sie mit ihrem Kollegen flirten sollte – ein einfaches kurzes „Nein“. Die wenigen Kontakte mit dieser Show reichen mir, um zu sagen, dass ich mit diesem TV-Schrott nichts zu tun haben möchte.

Klar, es haben in dieser Show einige Leute sehr viel abgenommen. Ein paar haben aus dem, was sie erreicht haben, auch etwas gemacht, aber ich halte diese Show für nicht ungefährlich.

Natürlich werden die Teilnehmer medizinisch betreut. Wenn aber im Jingle schon Leute gezeigt werden, die beim Wiegen zusammenklappen, dann passen für mich etliche Punkte nicht.

Der Anstrich wird natürlich gewahrt, es wird erklärt, wie man abnehmen kann. Sogar wie man richtig abnehmen kann. Und dann stecken die Kandidaten in Challenges, die jenseits von Gut und Böse sind, mit der Begründung, die Kandidaten an ihre Grenzen zu führen. Wöchentliches Wiegen und das Rausfliegen der schlechtesten Verlierer natürlich inklusive.

Geht es hier wirklich nur darum, die Kandidaten an ihre Grenzen zu führen oder will man diese vorführen? Mein Verdacht ist eher, dass man mit der Lust, anderen beim Scheitern zuzusehen, gut Quote machen kann. Und da Extra-Dick manchmal auch extra plump wirkt, sind die nötigen Lacher garantiert.

Kiloverlust durch Grenzbelastung und Weghungern. „Na, da ist wohl wer schwach geworden“, denn der Kandidat hat deutlich weniger verloren als die Konkurrenz. Angeblich geht es darum, dass man sich durch den Druck der Öffentlichkeit mehr gezwungen fühlt mitzumachen und eben zu verlieren. Natürlich Kilos und nicht die Teilnahme an der Show.

Wer abnehmen will, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als der Körper verbraucht. Einfache Regel. Diese Regel lässt sich jedoch nicht endlos strapazieren. Überspannt man den Bogen, fährt der Körper in den Hungermodus. Er schraubt also seine Leistung herunter, um mit den weniger an Kalorien klarzukommen. Dies ist eine Schutzmaßnahme des Körpers. Zieht man nun einige Abnahmen heran, dann käme selbst mir als medizinischem Laien der Verdacht, dass man hier hart an der Grenze arbeitet, wenn nicht sogar Grenzen überschreitet.

Die Serie kommt ursprünglich aus den USA, wo 2016 eine Studie mit 14 Teilnehmern der US-Sendung im Journal Obesity veröffentlicht wurde. Es wurde festgestellt, dass der Grundumsatz der Teilnehmer auch sechs Jahre nach der Sendung immer noch stark gesunken ist. Im Schnitt nahmen die Teilnehmer 58 Kilo pro Kandidat ab. Dieses Gewicht legten fast alle Kandidaten wieder zu, wenn nicht sogar mehr. Außerdem hatten die Kandidaten ein konstantes Hungergefühl, was auf ein extrem niedriges Leptin-Niveau zurückzuführen sei.

Also nicht alles Gold, was glänzt?

Im Vorfeld einer neuen Staffel liest man immer wieder Erfolgsstorys vergangener Teilnehmer. Natürlich hat der ein oder andere gut abgenommen, daraus kann man aber keine Regel ableiten, dass diese Erfolge permanent sind.

Eine Sendung, die Menschen beim Abnehmen begleitet, ist per se eigentlich nichts Schlechtes. Wir haben viel zu viele Menschen, die übergewichtig sind, ich zähle auch dazu. Aber wenn, sollte dies eher im Stil einer Dokumentation erzählt werden als in einer TV-Show, wo man Quote braucht, um erfolgreich zu sein. Quote verführt schnell dazu, Grenzen zu überschreiten. Diese Grenzen können in der Leistungsfähigkeit der Betroffenen liegen, in der Gesundheit, aber auch in der Psyche. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass es für einen Betroffenen toll ist, wenn dieser an einer sportlichen Herausforderung slapstickartig scheitert, die ein schlankerer Teilnehmer ohne Probleme absolviert hätte?

Von meiner Trainerin habe ich eins gelernt: Es ist sinnvoller, Schritt für Schritt vorwärtszugehen. Die Steigerungen motivieren und minimieren das Risiko, sich einen kapitalen Belastungsschaden einzufangen. Übrigens empfehlen Mediziner eine Abnahme von 500 Gramm bis 1 Kilo pro Woche. Menschen mit hohem Gewicht haben natürlich die Chance, anfangs mehr zu verlieren. Dies soll nur verdeutlichen, von welchem Niveau wir bei einer Staffel dieser Show reden.

Aber in einem Zeitalter, in dem Menschen glauben, dass es in solchen Sendungen wirklich um den Menschen geht, oder bei DSDS um Gesang oder beim Supertalent um Talent… da denke ich, wird sich, was solche Sendungen angeht, leider nichts ändern. Schade eigentlich.

Quelle: Studie aus dem Jahr 2016 im Wikipedia-Bericht erwähnt

Bild: sat1/BiggestLoser/ Layout: canva Pro/Norbert Beck


Rechtschreibung

Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.

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Norbert Beck

Norbert Beck, Softwareentwickler aus Eschwege, jongliert seit über 20 Jahren mit Codes und IT-Systemen – nur die Schwerkraft leistet gelegentlich noch Widerstand. Als ehemaliger Marathon-Staffelläufer weiß er, wie sich Ausdauer anfühlt; heute praktiziert er „Sport trotz Masse“ und beweist, dass man auch mit ein paar Kilo zu viel im Gepäck kein Standbild sein muss. Auf landpirat.de dokumentiert er seine Mission zwischen gesunder Ernährung, technischem Tatendrang und dem ehrlichen Versuch, den inneren Schweinehund digital zu überlisten. Leidenschaftlicher Fotograf, engagierter Netzwerker und ein Typ, der lieber Lösungen baut als Probleme wälzt – immer mit einer Prise Selbstironie und der nötigen Portion nordhessischer Direktheit.

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