Mit 50 ist noch lange nicht Schluss.
Wenn ich mir landpirat.de aus den vergangenen Jahren anschaue, muss ich mir eines eingestehen: Hier gab es zwar jede Menge Inhalt, aber irgendwann wusste wahrscheinlich niemand mehr so genau, wofür diese Seite eigentlich steht. Mich eingeschlossen.
Es ging ums Abnehmen, um Gesundheit, Ernährung und Sport. Dann wieder um persönliche Geschichten, Ausflüge, Technik, Medien und alles Mögliche, was mir gerade vor die Füße gefallen ist. Und ja, zwischendurch war da auch deutlich zu viel Gossip dabei. Muss man nicht schönreden. Das Ganze wurde mit der Zeit zu einem ziemlich wilden Gemischtwarenladen. Dieses Chaos setzte sich teilweise sogar in den sozialen Netzwerken fort.
Eigentlich fehlte nur noch die wöchentliche Wettervorhersage für Nordhessen und ein Horoskop.
Das Problem daran war nicht, dass mich diese unterschiedlichen Dinge nicht interessieren. Ganz im Gegenteil. Das Problem war, dass der rote Faden verloren gegangen ist. Es gab viele einzelne Geschichten, aber immer weniger von dem, was sie miteinander verbindet.
Genau das möchte ich ändern.
Aus landpirat.de wird „Der Landpirat“
Mit der Umbenennung von landpirat.de in „Der Landpirat“ und dem neuen Claim „Mit 50 ist noch lange nicht Schluss“ möchte ich deutlicher machen, worum es hier eigentlich geht.
Am Ende stehe da nämlich ich.
Meine Reise. Meine Erlebnisse. Meine Erfahrungen. Die Dinge, die funktionieren, und genauso die, bei denen ich gepflegt auf die Nase falle.
Ich bin kein Fitnesstrainer. Ich bin kein Ernährungscoach und schon gar kein Arzt. Ich werde euch nicht erklären, wie ihr euer Leben zu führen habt, wie viele Kohlenhydrate ihr essen dürft oder warum ihr unbedingt um fünf Uhr morgens aufstehen müsst, um erst einmal einen Eiswürfel zu umarmen und anschließend 15 Kilometer rückwärts zu joggen.
Ich versuche vielmehr herauszufinden, was für mich funktioniert.
Ich möchte Neues lernen, Neues erleben, Dinge ausprobieren und meine Grenzen wieder ein Stück weiter verschieben. Nicht um irgendein Idealbild zu erfüllen und auch nicht, weil ich mit über 50 plötzlich noch zum Superathleten mutieren möchte.
Eigentlich lässt sich das Ganze viel einfacher zusammenfassen:
Ich will mein verdammtes Leben zurück.
Und genau darum soll es beim Landpiraten in Zukunft gehen.
Scheitern gehört ausdrücklich dazu
Das bedeutet allerdings nicht, dass ab jetzt alles funktioniert.
Im Gegenteil. Ich werde Fehler machen. Ich werde Dinge ausprobieren, die sich anschließend als ziemlicher Blödsinn herausstellen. Ich werde an der einen oder anderen Stelle scheitern und vermutlich gelegentlich feststellen, dass eine großartige Idee nach drei Tagen gar nicht mehr so großartig ist.
Das gehört dazu.
Interessant wird es für mich gerade dann: Warum hat etwas nicht funktioniert? Habe ich einen Fehler gemacht? War der gewählte Weg schlicht der falsche? Gibt es eine andere Möglichkeit, die besser zu mir passt? Oder muss ich mir eingestehen, dass eine Sache für mich einfach nichts ist?
Scheitern bedeutet für mich deshalb nicht automatisch Ende. Manchmal bedeutet es nur, dass man einen anderen Weg suchen muss.
Und ja, natürlich werde ich mir auch weiterhin anschauen, was in der großen Influencer-Welt gerade als neue Weisheit durchs Dorf getrieben wird. Challenges, Ernährungstipps, Fitnessübungen, vermeintliche Lifehacks und Dinge, bei denen angeblich schon drei Minuten täglich ausreichen, um anschließend auszusehen wie ein griechischer Halbgott.
Ich werde solche Sachen nicht grundsätzlich verteufeln. Manches davon kann durchaus interessant sein. Ich möchte aber genauer hinschauen: Ergibt das für mich überhaupt Sinn? Ist das alltagstauglich? Brauche ich dafür wirklich fünf Spezialprodukte, drei Apps und ein Monatsabo? Oder gibt es vielleicht einen einfacheren, günstigeren oder sogar besseren Weg?
Nicht alles, was gerade einen schicken Namen trägt, muss automatisch kompliziert sein.
Landgänge, Mein Weg und Ausprobiert
Auch die Struktur auf der Homepage wurde deshalb deutlich aufgeräumt. Im Mittelpunkt stehen künftig vor allem drei Bereiche: Landgänge, Mein Weg und Ausprobiert.
Unter Landgänge findet ihr alles, was mich vor die Haustür bringt. Kleine und größere Touren, Orte, Wanderungen, Ausflüge, Wege und Entdeckungen. Das soll allerdings kein klassischer Reiseführer werden, bei dem ich euch anschließend zehn Sehenswürdigkeiten, fünf Restaurants und den besten Parkplatz aufzähle. Mich interessieren die Geschichten hinter einem Ort, meine eigenen Erlebnisse dort und manchmal auch einfach die Frage, was man entdecken kann, wenn man nicht nur von A nach B fährt.
Mein Weg wird wahrscheinlich der persönlichste Bereich bleiben. Hier geht es um Bewegung, Ernährung, Gesundheit, Abnehmen, Älterwerden und die Versuche, mein Leben wieder aktiver zu gestalten. Nicht als Anleitung für andere, sondern als Dokumentation meines eigenen Weges. Dazu gehören Fortschritte genauso wie Stillstand, Rückschläge und die Erkenntnis, dass manche Dinge heute anders funktionieren als vielleicht noch vor zehn oder zwanzig Jahren.
Und dann gibt es Ausprobiert. Der Name ist dabei ziemlich wörtlich zu verstehen. Ich probiere Dinge aus, die mich interessieren oder die möglicherweise zu meinem Alltag passen könnten. Das können Lebensmittel und Rezepte sein, Technik, Apps, Sportzeug, Methoden oder irgendwelche Dinge, bei denen ich wissen möchte: Taugt das wirklich etwas oder klingt es nur in der Werbung verdammt gut?
Auch dort gilt: Ich betreibe kein Testlabor und verteile keine allgemein gültigen Wahrheiten. Ich kann nur beschreiben, was ich ausprobiert habe, warum ich es ausprobiert habe und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe.
Ältere Geschichten, die nicht mehr wirklich zum neuen Kern des Landpiraten passen, verschwinden übrigens nicht zwangsläufig. Viele davon findet ihr künftig im Alten Logbuch. Sie gehören schließlich trotzdem zur Geschichte dieser Seite.
Auch bei den sozialen Netzwerken wird aufgeräumt
Eine Veränderung betrifft nicht nur die Homepage. Ich habe mir auch angesehen, auf wie vielen sozialen Netzwerken ich inzwischen gleichzeitig unterwegs war und irgendwann festgestellt: Das ist Irrsinn.
Deshalb habe ich einige Kanäle geschlossen oder zumindest erst einmal geparkt.
Nach insgesamt rund 15 Jahren verabschiede ich mich endgültig von X, dem ehemaligen Twitter. Schwer fällt mir dieser Abschied nicht wirklich. Aus meiner Sicht ist der Umgang dort in den vergangenen drei oder vier Jahren immer toxischer und verbal aggressiver geworden. Ich habe schlicht keine Lust mehr, dort aktiv zu sein. Gleichzeitig wurde es für mich immer umständlicher, Beiträge aus meinem Blog sinnvoll automatisiert dort zu veröffentlichen. Der Aufwand steht für mich in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen.
Und wenn ich schon ehrlich bin: Ein Fan des neuen Eigentümers bin ich ebenfalls nicht.
Bei Threads, Bluesky, Tumblr und Mastodon wurde dagegen erst einmal die große Pausetaste gedrückt. Die Accounts bleiben bestehen, werden momentan aber nicht aktiv bespielt. Ob sie später wieder zurückkommen oder vielleicht in einer anderen Form eine Rolle spielen, wird sich zeigen.
Der Grund dafür ist ziemlich einfach: Ich habe wieder angefangen, regelmäßig Videos zu produzieren. Das kostet Zeit. Wenn ich gleichzeitig versuche, vier oder fünf weitere Netzwerke permanent mit Inhalt zu versorgen, weiß ich ziemlich genau, was passieren wird: Ich verzettele mich wieder.
Und genau davon wollte ich eigentlich weg.
Aktiv bleiben derzeit meine Facebook-Seite, Instagram, TikTok und YouTube. Wobei TikTok momentan leider ein kleines Eigenleben entwickelt. Mein Account hat dort derzeit offenbar mit Einschränkungen zu kämpfen. Neue Videos werden aus bislang unbekannten Gründen kaum beziehungsweise gar nicht über die „For You“-Seite ausgespielt. Warum das so ist, versuche ich noch herauszufinden.
Einmal die Homepage von rechts auf links gedreht
Die vielleicht sichtbarste Veränderung ist aber diese Homepage selbst.
In den vergangenen zwei Wochen wurde der Blog praktisch komplett neu aufgebaut und einmal von rechts auf links gedreht. Neues Design, neue Rubriken, eine klarere Struktur und erstmals seit langer Zeit sind wieder alle Beiträge verfügbar, die weiterhin Teil dieser Seite sein sollen.
Dabei habe ich es mir nicht ganz einfach gemacht.
Jeder Beitrag wurde noch einmal angefasst. Ich habe geprüft, ob der Text heute noch so stehen kann, ob Informationen veraltet sind oder ob sich meine eigene Sicht auf bestimmte Dinge verändert hat. Wo es nötig war, wurden Beiträge vor der Wiederveröffentlichung überarbeitet.
Andere Texte passen heute einfach nicht mehr so richtig zum neuen Kern des Landpiraten. Die müssen deshalb aber nicht verschwinden. Sie sind Teil der Geschichte dieser Seite und wurden ins Alte Logbuch verschoben.
Vielleicht ist das auch eine ganz passende Beschreibung für diesen Umbau: Ich möchte die Vergangenheit nicht löschen. Aber sie muss auch nicht bestimmen, was der Landpirat heute ist.
Videos und Blog sollen künftig zusammengehören
Auch beim Thema Video verändert sich einiges.
Neben den klassischen Themen wird es künftig stärker Fun- und Comedy-Elemente geben. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die #NoBackflip-Challenge, mit der ich den Challenge-Hype auf TikTok, Instagram und YouTube ein wenig aufs Korn nehme.
Keine Sorge: Ich werde deshalb nicht zum Comedy-Kanal.
Aber wenn das Internet der Meinung ist, jeden zweiten Dienstag müsse eine neue Challenge erfunden werden, darf man gelegentlich auch mal einen Spiegel davorhalten.
Kurze Videos erscheinen grundsätzlich zuerst als Shorts beziehungsweise Reels auf YouTube, Instagram und TikTok. Längere Beiträge veröffentliche ich im klassischen 16:9-Format auf YouTube.
Mit etwas Verzögerung landen viele dieser Themen anschließend auch hier im Blog. Gerade bei größeren Geschichten möchte ich Videos häufiger durch zusätzliche Texte, Bilder oder Informationen ergänzen.
Blog und Video sollen also nicht mehr nebeneinander herlaufen, sondern stärker miteinander verbunden werden. Manche Geschichten funktionieren besser als Video, andere besser als Text. Und manchmal braucht es einfach beides.
Die Flaschenpost
Relativ neu ist außerdem die Flaschenpost, der Newsletter vom Landpiraten.
Zum Start möchte ich ihn bewusst nicht jede Woche verschicken. Geplant ist zunächst ungefähr alle ein bis zwei Monate eine Ausgabe mit den größeren Geschichten, interessanten Beiträgen und Dingen, die sich beim Landpiraten getan haben.
Sollte die Zahl der Leser steigen und tatsächlich Interesse an häufigeren Ausgaben bestehen, kann daraus später problemlos ein regelmäßigerer Newsletter werden.
Aber auch hier gilt: lieber etwas verschicken, wenn es wirklich etwas zu erzählen gibt, als jede Woche eine Mail zu produzieren, nur weil irgendein Marketingratgeber behauptet, dass man das so machen müsse.
Und fertig ist der Umbau noch lange nicht
Auch wenn sich auf der Homepage schon viel verändert hat, ist der Hausputz noch nicht abgeschlossen.
In den nächsten Wochen geht es vor allem bei YouTube weiter. Zunächst wird der Classic-Kanal aufgeräumt. Er soll künftig das Archiv für die historischen Videos des Landpiraten werden. Dort finden dann frühe Videos ihr Zuhause, die teilweise bis an den Anfang der 2010er-Jahre zurückreichen, ebenso wie Beiträge, die zwar erhalten bleiben sollen, aber nicht mehr so richtig zum heutigen Landpiraten passen.
Danach ist der Hauptkanal dran.
Auch dort werde ich jedes Video noch einmal anschauen und entscheiden, ob es weiterhin zur aktuellen Ausrichtung passt. Was eher Geschichte ist, zieht in den Classic-Kanal um. Am Ende soll der Hauptkanal tatsächlich das zeigen, wofür Der Landpirat heute steht.
Das wird noch ein bisschen Arbeit.
Aber wenigstens weiß ich diesmal, wohin die Reise gehen soll.
Mal sehen, was daraus wird
Ich könnte jetzt natürlich schreiben, dass hier ein völlig neues Kapitel beginnt und ab heute alles größer, besser und großartiger wird.
Mache ich aber nicht.
Ich weiß selbst noch nicht, wohin mich manches davon führen wird. Genau das gehört für mich inzwischen dazu. Ich möchte Dinge ausprobieren, unterwegs sein, mich bewegen, Neues lernen, Unsinn machen, gelegentlich scheitern und hoffentlich ziemlich oft etwas erleben, worüber es sich anschließend zu erzählen lohnt.
Vielleicht ist genau das am Ende der rote Faden, der landpirat.de irgendwann verloren gegangen ist.
Mit 50 ist noch lange nicht Schluss.
Nicht weil man ab einem bestimmten Alter noch irgendjemandem etwas beweisen müsste. Sondern weil es ziemlich bescheuert wäre, irgendwann einfach aufzuhören, neugierig zu sein.
Ich hoffe, dass euch die Veränderungen auf der Homepage gefallen und ihr Lust habt, den Landpiraten auf diesem Weg zu begleiten. Wenn euch Beiträge oder Videos gefallen, freue ich mich natürlich über Kommentare, Likes und ein Abo auf den jeweiligen Kanälen.
Und dann schauen wir mal, was passiert.
Es gibt schließlich noch genug auszuprobieren.