Das Wetter hat sich erbarmt, ich hatte frei und somit das seltene Vergnügen, über überschüssige Zeit zu verfügen. Da ich ohnehin schon unterwegs war, verschlug es mich an den See zum Walken. Zwei Runden um die Knaus-Hallig – dieser charmante Campingplatz zwischen See und Werra, der strategisch günstig etwas erhöht liegt. 1,4 Kilometer pro Runde, macht in der Summe 2,8 Kilometer. Überall stehen Bänke für den Fall eines spontanen körperlichen Zusammenbruchs bereit, aber – man höre und staune – ich habe keine einzige davon gebraucht. Soweit nichts Weltbewegendes, wenn man mal davon absieht, dass es das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit war, dass wieder was lief. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Dabei sind meine Baustellen sicher nicht kleiner geworden. Der Rücken meldet sich so zuverlässig, dass es oft schon ein Erfolgserlebnis ist, wenn ich es vom Parkplatz bis zur Tür des Fitnessstudios schaffe, ohne zwischendurch ein Basislager errichten zu müssen. Dass Zeit für mich ein Fremdwort ist, macht die Sache nicht leichter. Knie und Hüfte diskutieren beim Treppensteigen leidenschaftlich mit, und mein Allerwertester protestiert bei längeren Autofahrten gegen jede Form von Belastung. Es gibt Tage, da ist die Nacht mein einziger Tag, während sich der eigentliche Tag anfühlt wie eine schlechte Kopie einer Nacht.
Und ja, Butter bei die Fische: Wenn mich etwas wirklich umtreibt, ist es nicht mein Asthma. Es ist dieses charmante Stechen auf der Herzseite, das sich in den letzten Wochen wiederholt gemeldet hat. Das weckt Erinnerungen an eine Zeit vor 15 Jahren, die ich lieber vergessen hätte, als ich bereits mit einer Vorstufe eines Infarkts Bekanntschaft machen durfte. Diese Angst ist ein hartnäckiger Begleiter. Mit dem „tödlichen Quartett“ in der Hinterhand habe ich beim medizinischen Quartett ohnehin schon das Gewinnerblatt gezogen – nur dass es hier keinen Preis gibt. Über die Herzgeschichte werde ich also wohl oder übel mal ein ernstes Wörtchen mit meiner Ärztin reden müssen.
Thema Ärztin: Ein klassisches Dilemma. Sie hat Nachwuchs bekommen – ein herzlicher Glückwunsch geht raus! Man muss ja heutzutage froh sein, wenn überhaupt noch jemand nachkommt, der irgendwann mal in meine Rentenkasse einzahlt, damit ich im Alter wenigstens noch trockenes Brot kaufen kann. Nur haben sich damit leider auch die Sprechzeiten in einen Bereich verabschiedet, der für arbeitende Menschen eher hypothetischer Natur ist.
Mein Training heute habe ich mir übrigens schamlos erschummelt. Früher, zu Zeiten des Nordhessencups, habe ich die „laufenden Apotheken“ gehasst – jene Helden, die sich Schmerzmittel wie Smarties einwarfen, nur um die Ziellinie zu sehen. Heute war ich selbst so weit und habe mir eine Ibu gegönnt, nur um überhaupt einen Fuß vor den anderen setzen zu können. Ein glorreiches Gefühl ist das nicht. Was mir fehlt, ist schlichtweg ein medizinisches Konzept. Ich will mich bewegen, ich muss mich bewegen, um von meinem Gewicht runterzukommen. Aber Sport mit Schmerzen ist etwa so effektiv wie ein Auto ohne Räder. Und sich permanent mit Ibuprofen zu konservieren, ist langfristig sicher auch kein Rezept für ewige Jugend.
Eigentlich gäbe es ja verträglichere Mittel, die mir den Alltag erleichtern könnten, aber in dieser Richtung herrscht absolute Funkstille – egal, wie oft ich das Schmerzthema anspreche. Mein Lungenarzt ist jenseits der 80; ein Nachfolger scheint in der medizinischen Einöde hier nicht vorgesehen zu sein. Bei den Orthopäden sieht es auch nicht besser aus: Der eine hat leider meine Mutter erfolgreich in den Rollstuhl befördert, der andere scheint eine derart feine Nase zu besitzen, dass man dort wohl nur frisch sterilisiert und in Rosenwasser gebadet erscheinen darf, wenn man nach der Arbeit einen Termin hat. Dagegen wirkt meine Augenärztin mit ihrem bescheidenen Terminvorlauf von sechs Monaten fast wie ein Express-Service.
Fest steht: Es muss was passieren. Bei meiner Gesundheit genauso wie bei meinem Gewicht. Ich werde versuchen, weiter zu walken. Ob die Beine und das Herz mitspielen? Ich weiß es nicht. Und ob der medizinische Horizont noch dunklere Wolken für mich bereithält, leider auch nicht.
Bildinformationen:
Foto: Norbert Beck, mit Google Gemini und Google Nano Banana bearbeitet
Komposition des Beitragsbildes: Norbert Beck mit Unterstützung von canva pro
Rechtschreibung
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