Gemeinsam mit anderen Creatorn

Man muss nicht alles alleine machen.

Der Landpirat ist zwar mein eigenes Projekt und soll es auch bleiben, trotzdem finde ich die Vorstellung spannend, gelegentlich mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, die ebenfalls Content machen. Dabei denke ich weniger an die klassische Nummer „Du hast Reichweite, ich habe Reichweite, also machen wir mal irgendwas zusammen“.

Mich interessiert eher die Frage, ob zwei unterschiedliche Leute gemeinsam auf eine Idee kommen, auf die jeder für sich vielleicht gar nicht gekommen wäre.

Das kann ein gemeinsamer Landgang sein, ein Video, bei dem jeder seine eigene Sicht auf ein Thema zeigt, eine kleine Aktion oder einfach ein Tag, an dem man gemeinsam unterwegs ist und schaut, was daraus entsteht.

Reichweite ist nicht das Wichtigste

Natürlich ist Reichweite schön. Sie entscheidet für mich aber nicht darüber, ob eine Zusammenarbeit interessant ist.

Jemand mit ein paar hundert Menschen, die seine Inhalte wirklich verfolgen, kann genauso spannend sein wie ein deutlich größerer Kanal. Wichtiger ist mir, ob die Chemie stimmt, ob man vernünftig miteinander umgehen kann und ob sich aus den unterschiedlichen Themen oder Fähigkeiten tatsächlich etwas entwickeln lässt.

Wir müssen dabei nicht einmal dieselben Inhalte machen.

Jemand fotografiert vielleicht lieber, während ich stärker mit Video arbeite. Ein anderer beschäftigt sich mit regionaler Geschichte, Wandern, Reisen, Kultur, Technik oder einem ganz anderen Thema. Gerade solche Unterschiede können interessant werden, wenn sich irgendwo eine Verbindung ergibt.

Was ich nicht möchte, ist ein Thema künstlich zu verbiegen, nur damit zwei Kanäle irgendwie zusammenpassen.

Wenn jemand für seine Inhalte plötzlich etwas machen müsste, das überhaupt nicht zu ihm gehört, oder ich für eine Kooperation ein Landpirat-Thema erfinden müsste, das sonst niemals vorkommen würde, haben wir wahrscheinlich einfach nicht die richtige Kombination gefunden.

Was daraus entstehen kann

Ein gemeinsamer Landgang liegt natürlich nahe. Zwei Menschen können durch dieselbe Stadt laufen und am Ende trotzdem zwei völlig unterschiedliche Geschichten mit nach Hause bringen.

Genauso kann einer von uns im Video des anderen auftauchen, wir können gemeinsam einen Ort besuchen oder aus einem Thema mehrere miteinander verbundene Beiträge machen. Vielleicht entsteht auf einem Kanal ein längeres Video und auf dem anderen etwas völlig anderes, das denselben Tag aus einer anderen Perspektive zeigt.

Auch gegenseitige Hilfe bei Drehs gehört für mich dazu. Manchmal braucht man jemanden hinter der Kamera, eine zweite Meinung zu einer Idee oder schlicht zwei Hände mehr.

Es muss daraus nicht jedes Mal ein großes Gemeinschaftsprojekt entstehen.

Wenn sich später einmal mehrere Leute finden, die gut miteinander können, lässt sich daraus vielleicht auch mehr machen. Ich möchte daraus aber kein festes Team mit Mitgliedschaft, Wochenplan und Anwesenheitspflicht bauen.

Der Grundsatz ist ziemlich einfach: Alles kann, nichts muss.

Der Landpirat bleibt der Landpirat, andere Projekte bleiben ihre eigenen Projekte. Zusammenarbeit soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen und niemanden in eine neue Struktur hineinziehen.

Erst die Menschen, dann die Möglichkeiten

Ich möchte deshalb auch kein fertiges „Creator-Netzwerk“ ausrufen und anschließend versuchen, dafür Mitglieder zu finden.

Sinnvoller finde ich es andersherum.

Erst einmal Menschen kennenlernen, schauen, wer in der Region interessante Dinge macht und ob man sich überhaupt versteht. Wenn daraus nach und nach gemeinsame Projekte entstehen und sich irgendwann mehrere Leute regelmäßig begegnen, kann man immer noch sehen, was sich daraus entwickelt.

Mein Blick richtet sich dabei vor allem auf die Region rund um Eschwege – Nordhessen, Südniedersachsen und Thüringen liegen schließlich direkt vor der Haustür. Das bedeutet aber nicht, dass an einer Kreis- oder Landesgrenze Schluss sein muss.

Entscheidend bleibt die Idee.

Was ich unter Zusammenarbeit verstehe

Mir geht es nicht darum, sich gegenseitig möglichst oft in Beiträgen zu markieren und anschließend zu hoffen, dass irgendwo ein Algorithmus begeistert applaudiert.

Eine gute Zusammenarbeit sollte beiden Seiten etwas bringen, auch wenn man die Zahl der zusätzlichen Follower hinterher gar nicht genau messen kann.

Vielleicht lernt einer beim Dreh etwas vom anderen. Vielleicht entstehen bessere Bilder, eine neue Erzählweise oder eine Idee für ein Format. Manchmal ist es auch einfach hilfreich, sich über Dinge auszutauschen, mit denen Creator ständig zu tun haben: Musikrechte, Plattformen, Technik, Drehs oder die Frage, was man besser nicht veröffentlicht.

Ich verspreche niemandem, dass ein gemeinsames Video viral geht. Das kann ohnehin niemand seriös versprechen.

Wenn wir am Ende aber beide sagen können, dass daraus guter Content entstanden ist und wir die Sache gerne noch einmal machen würden, war die Zusammenarbeit für mich erfolgreich.

Respekt gehört dazu

Menschen, die gemeinsam vor oder hinter einer Kamera arbeiten, müssen sich aufeinander verlassen können.

Dazu gehört für mich ein vernünftiger Umgang miteinander. Unterschiedliche Erfahrungen, Aussehen, Alter oder körperliche Voraussetzungen sind kein Material für billige Witze auf Kosten des anderen.

Humor darf sein – davon lebt der Landpirat schließlich auch. Er funktioniert aber nur, wenn alle Beteiligten damit leben können.

Auch beim fertigen Material sollte klar sein, was der jeweils andere veröffentlicht. Niemand soll nach einem gemeinsamen Dreh plötzlich überrascht feststellen, dass eine Situation online gelandet ist, mit der er nicht gerechnet hat.

Solche Dinge lassen sich meistens mit einem kurzen Gespräch klären, bevor überhaupt ein Problem daraus wird.

Lust auf eine gemeinsame Idee?

Du machst selbst Videos, Fotos, einen Blog, einen Podcast oder andere Inhalte und denkst, dass sich irgendwo eine Verbindung zum Landpiraten ergeben könnte?

Dann melde dich.

Du brauchst dafür weder ein fertiges Konzept noch eine bestimmte Zahl an Followern. Schreib mir einfach, was du machst, wo du ungefähr unterwegs bist und welche Idee dir im Kopf herumschwirrt.

Dann schauen wir, ob daraus etwas werden kann.

Und wenn beim ersten Gespräch noch überhaupt keine konkrete Idee herauskommt, ist das auch kein Drama.

Manchmal muss man sich erst kennenlernen, bevor man weiß, was man gemeinsam machen möchte.