Ich gebe es offen zu: Ich habe ein Talent dafür, mich in die Nesseln zu setzen. Mein Urteil über Kassel – dass das einzig Schöne dort das Ortsschild mit der Aufschrift „Sie verlassen nun Kassel“ sei – brachte mir nicht nur Freunde ein. Aber ich bin nun mal ein Freund der ungeschminkten Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Frankfurt ist hässlich, Kassel ist eine Beton-Wüste der Nachkriegsverzweiflung, und Köln? Köln ist die Endgegner-Stufe des städtebaulichen Grauens.
Der Bahnhof des Grauens
Meine Odyssee begann harmlos während der Reha. Eine Kurkarte, ein freies Wochenende und die naive Idee, der Domstadt einen Besuch abzustatten. Die Warnungen der Mitpatienten vor dem „hässlichsten Bahnhof Deutschlands“ verbuchte ich als Übertreibung. Doch dann zwang mich die Deutsche Bahn in Bonn zum Umstieg.
Bonn Hauptbahnhof. Ein Ort, der die 0-Punkte-Bewertung mit Stolz trägt wie eine Warze im Gesicht. Ein schmuddeliges Labyrinth aus Bettlern und Orientierungslosigkeit. Wer hier nicht depressiv wird, hat die Kontrolle über sein Gefühlsleben bereits an der Bahnsteigkante abgegeben.
Timing ist alles (oder: Wie man alles falsch macht)
Man sagt, Planung sei das halbe Leben. Meine Planung war eher eine Viertel-Katastrophe. Ich wählte für meinen Ausflug den 9. November. Ein Samstag. Der Samstag, vor dem Montag der Montage im Rheinland.
In meiner Welt ist das ein ganz normaler Werktag. In Köln ist das der Tag, an dem der kollektive Wahnsinn Methode bekommt. Karnevalsauftakt, ein Heimspiel des FC Köln und – als Sahnehäubchen auf dem Mistberg – der Aufbau der Weihnachtsmärkte. Es fehlte eigentlich nur noch ein Staatsbesuch und eine Godzilla-Invasion, um das Chaos zu perfektionieren.
Die Bahnfahrt nach Köln-Deutz dauerte eine gefühlte Ewigkeit, weil diverse Intelligenzbestien im Minutentakt die Lichtschranken der Türen blockierten. Mein Rücken schrie nach der Reha-Klinik, während ich eingepfercht zwischen verkleideten Clowns und frustrierten Fußballfans stand.
Willkommen in Kazad-dûm
Endlich angekommen am Hauptbahnhof, stolperte ich ins Freie und prallte gegen eine Wand aus Ruß und Stein. Der Kölner Dom. Mein erster Gedanke?
„Mein Gott, ist das Ding hässlich.“
Dieses monströse Gebilde wirkte auf mich nicht wie ein Gotteshaus, sondern wie eine Außenstelle von Mordor. Düster, bedrohlich, monumental – ich wartete eigentlich nur darauf, dass ein Trupp Orks aus dem Portal marschiert, um die Domplatte zu säubern.
Statt Orks gab es aber nur Fragezeichen. Warum fotografierten sich Heerscharen von Menschen mit offensichtlich arabischem Hintergrund so begeistert vor diesem christlichen Monumentalklotz? Suchten sie den Kontakt zur „konkurrierenden Sekte“ oder war es einfach nur die Faszination für das architektonische Ungetüm? Ich kapierte es nicht.
Kulinarik zwischen Schließtag und Wucher
Hunger ist ein schlechter Berater, aber in Köln ist er ein Todesurteil. Die Lokale waren entweder:
- Wegen dem drohenden Karneval überfüllt.
- Wegen Fußball geschlossen.
- Wegen „geschlossener Gesellschaft“ verrammelt.
- Oder sie bereiteten sich im kollektiven Tiefschlaf auf den nächsten Montag vor.
Die Buden auf den Weihnachtsmärkten standen zwar schon da wie hölzerne Mahnmale, blieben aber stur verschlossen. Und wer während einer Reha zu McDonald’s geht, hat sein Leben ohnehin aufgegeben. Blieben noch die Restaurants mit „Rheinblick“. Ein dehnbarer Begriff. Meistens bedeutet das: Wenn man sich im richtigen Winkel über das Geländer beugt, hinter drei Kastanien und einer Betonmauer vorbei schielt, kann man ein glitzerndes Etwas erahnen, das eventuell Wasser ist. Dieser „Hauch von Panorama“ kostet dann natürlich so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen.
Das Fazit: Eine Bockwurst als Rettung
Ich quälte mich über die Hohenzollernbrücke, vorbei an tonnenweise Liebesschlössern, deren schiere Masse wahrscheinlich bald den gesamten Rhein aufstauen wird. Ich kämpfte mich auf Aussichtsplattformen für das obligatorische Foto (Vorsicht: Spider-App-Gefahr für das Handy!) und landete schließlich wieder in der Bahn.
In Deutz stiegen die FC-Fans zu. 1:1. Die Stimmung war so grau wie der Bonner Bahnhof. In Remagen fand meine Reise schließlich ihr kulinarisches Highlight: Eine Bockwurst am Bahnhof. Sie war warm, sie war fettig, und sie hatte mehr Charakter als die gesamte Kölner Innenstadt.
Köln? Abgehakt. Wenn ich das nächste Mal Lust auf Beton und Menschenmassen habe, bleibe ich einfach im Keller und schaue mir alte Fotos von Kassel an. Das schont den Rücken und die Nerven.
Dieser Artikel ist eine Neufassung des Artikels vom 30.11.2024. Der Artikel wurde mit Unterstützung von Google Gemini auf die Aktualität der Wiederveröffentlichung am 15.04.2026 angepasst.
Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: Canva-Pro und Norbert Beck
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