Ach, was wäre das Leben schön, wenn die Welt so sauber, so strukturiert und so verständnisvoll wäre wie das Hausboot der Ernährungs-Docs. Seit nunmehr sieben Jahren flimmern die medizinischen Heilsbringer des NDR über unsere Bildschirme und predigen das Evangelium der Haferkleie. Angefangen hat alles ganz bescheiden mit dem Trio Infernale der gesunden Lebensweise: Dr. Matthias Riedl, Jörn Klasen und Anne Fleck. Doch Erfolg macht hungrig auf mehr Sendezeit. 2016 stieg der WDR mit ein, 2019 folgten SWR und RBB, und seit 2020 bereichert die Allgemeinmedizinerin Dr. Silja Schäfer die Runde. Mittlerweile ist das Format eine Art öffentlich-rechtliches Franchise-Unternehmen der guten Blutzuckerwerte geworden.
Die Sendung ist eine faszinierende Mischform aus Reality-TV und Gesundheitsmagazin. Das Prozedere ist so verlässlich wie der Hunger nach einer Portion Pommes: Drei Patienten, drei Schicksale, drei Videotagebücher. Es folgt die obligatorische Ernährungsumstellung, garniert mit einer Prise Sport und Verhaltensänderung. Das Ziel ist es zu zeigen, wie man mit angepasster Ernährung medizinische Probleme heilen oder zumindest lindern kann. Man muss den Docs lassen, dass sie dabei angenehm ehrlich bleiben. Es werden nicht nur die strahlenden Gewinner präsentiert, die nach drei Monaten Brokkoli-Diät plötzlich den Mount Everest besteigen. Auch Rückschläge und das Scheitern am inneren Schweinehund werden gezeigt. Das verleiht der ganzen Sache einen seriösen Anstrich, den man bei privaten Produktionen oft schmerzlich vermisst. Dort werden Fälle gerne mal gescriptet oder nachgestellt – bei den Docs hingegen ist das Leid und der Erfolg real.
Klingt fantastisch, oder? Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ein Haar in der Algen-Suppe finden würde. Die Ernährungs-Docs sind sicher lehrreich, aber die Sendung ist auch ein medizinisches Zerrbild. Wer als Kassenpatient schon einmal versucht hat, in der ländlichen Einöde einen Termin zu ergattern, der weiß: So viel geballte ärztliche Kompetenz auf einem Haufen gibt es sonst nur auf Fachkongressen oder in der Schwarzwaldklinik. In der Realität kommt dieses Wissen selten so geballt zusammen, außer vielleicht in spezialisierten Zentren.
Noch krasser wird es, wenn man sich die Arztgespräche und Untersuchungen ansieht. Man finde mal einen Arzt, der sich die Zeit nimmt, so zuzuhören und vor dem Patienten auch mal Tacheles redet. Solche Mediziner haben heutzutage Seltenheitswert. Dabei kann man den Ärzten in der Sendung nicht einmal einen Vorwurf machen. Das Problem ist unser Gesundheitssystem. Das Abrechnungsmodell ist nicht dafür gedacht, dass ein Mediziner sich unendlich Zeit nehmen kann. In der Realität tickt im Hinterkopf die gnadenlose Stechuhr, die sagt, wann die Behandlung unwirtschaftlich wird. Budgets und Kontingente machen eine optimale Betreuung nicht leichter.
In der Sendung begegnen uns die Mediziner so, wie wir sie uns optimalerweise vorstellen: wissend, verständnisvoll, Zeit habend und freundlich, aber bestimmt. Wer mit dieser Prämisse klarkommt, findet hier Unterhaltung, die Wissen vermittelt und Anreize bietet, die eigenen Probleme mal von einem anderen Standpunkt zu beleuchten. Man darf nur nicht erwarten, dass der Hausarzt um die Ecke morgen plötzlich ein Hausboot mietet und mit uns gemeinsam den Kühlschrank ausmistet.
Dies ist ein Re-Post eines Beitrags vom 12.10.2021. Der Schreibstil wurde angepasst und aktualisiert.
Foto: ndr/Die Ernährungs-Docs / Grafik-Layout: canva PRO und Norbert Beck
Rechtschreibung
Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.
Fehler? Klar, ich bin auch nur ein Mensch! Vor der Veröffentlichung lasse ich meine Blogposts von einer KI (z. B. ChatGPT) auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen, um die gröbsten Patzer auszumerzen. Das Ergebnis ist sauberer als so mancher Zeitungsbeitrag – und das will was heißen! 😉
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Ganz besonders gute Beiträge in der heutigen Zeit, wo das fast food überall die gesunde Ernährung untergräbt, oft ohne dass die Menschen es merken. aber noch schlimmer ist es, dass man keine Hilfe von den anderen Ärzten bekommt hinsichtlich der Ernährung. Diese wird nicht ernst genommen. Es gibt nur Pillen und Operationen. Ich bin so froh,dass es in dieser Sendung Ärzte gibt, die die Ernährung in den Vordergrund stellen. Mit soviel Fachwissen und praktischen Kenntnissen in der Ausführung! Vielen vielen Dank!!! Eine unglaublich wichtige Sendung für Gesunde! und kranke Menschen!!