Geld verdienen mit Fotos – das klingt nach dem ultimativen Lifestyle-Checkpot. Besonders, wenn man die Legenden von Fotografen hört, die bei EyeEm quasi über Nacht ein Vermögen scheffelten. Und dann dieser Name im Hintergrund: Getty Images. Weltruhm, wir kommen! Zugegeben, ich war bereit. Die Kamera war geputzt, das Ego poliert. Doch nach zwei Wochen Realitäts-Check muss ich feststellen: Der Glanz ist leider nur billiger Lack.
Der Start war euphorisch: 250 Bilder hochgejagt. Nach nur 30 Minuten das erste „Wow“-Erlebnis – Bild angenommen, Partnerservice aktiviert. Ich sah mich schon im Geiste neben den großen Meistern der Fotografie hängen. Doch dann kam die große Stille. Während 249 Bilder in der digitalen Warteschleife verschimmelten, fragte ich mich: Sitzt da eigentlich noch jemand am anderen Ende oder ist die KI schon im Koma?
Wobei, die „Autotag-Funktion“ war fast schon gruselig gut. In 90 % der Fälle erkannte der Algorithmus messerscharf, was ich da fotografiert hatte. Ein Klick, Titel dazu, fertig. Technik, die begeistert! Doch was danach folgte, war eher Technik, die verwirrt.
Nach einer Woche kam Bewegung in die Sache, allerdings nach einem System, das wohl selbst Nostradamus vor Rätsel gestellt hätte. Hochgelobte Eigenkreationen? Abgelehnt. Eine Detailaufnahme vom Eidersperrwerk? „Haben wir schon genug von“, so die digitale Abfuhr. Aber eine belanglose Komposition des Viadukts bei Lengenfeld? „Ab in den Partnerservice damit!“ Man muss wohl die richtige Blase treffen – oder hoffen, dass der Algorithmus gerade einen guten Tag hat.
Richtig skurril wurde es aber erst beim Thema „Rechtssicherheit“. Ich erhielt die freudige Nachricht, dass zwei weitere Bilder bei Getty Images vertrieben werden könnten. Einziger Haken: Ich solle bitte die Model-Releases nachreichen. Nun habe ich eine Frage an meine geschätzte Leserschaft: Spricht hier jemand fließend „Möwisch“ oder „Marionettisch“?
Die „Models“, für die ich eine Unterschrift zur Vermarktung brauchte, waren nämlich eine Möwe im Övelgönner Museumshafen und ein paar Holzmarionetten von der Wartburg. Ich sehe es bildlich vor mir: Ich halte der Möwe den Kugelschreiber hin, während sie mir als Antwort höchstwahrscheinlich nur ein gezieltes „Geschenk“ auf die Linse setzt. Ein Mensch hätte den Unterschied zwischen einer Holzpuppe und einem echten Model wohl bemerkt. Die KI hingegen verlangt bürokratische Wunderdinge von der Fauna und der Spielzeugwelt.
Und der Verdienst? Nun ja, die Zeiten der 25-Euro-Lizenzen sind wohl im digitalen Archiv verschwunden. Heute fressen die Provisionen von Getty und EyeEm den Kuchen so weit auf, dass für den Fotografen oft nur die Krümel bleiben. Wir reden hier von 25 Cent pro Bild. Bei einem Mindestauszahlungsbetrag von 10 Euro kann man sich leicht ausrechnen, wie viele Weltklasse-Möwen-Fotos man verkaufen muss, um sich am Abend drei kühle Bierchen zu gönnen.
Das Problem an der Sache ist, dass es hier kaum wirkliche Alternativen gibt. Will man evtl. Bilder direkt selbst verkaufen gab es noch Dienste wie Fotoportopro und Pictrs. Fotoportopro hat im Sommer 2018 den Dienst eingestellt. Bei Pictrs muss man, wenn die 3 GB freier Speicherplatz einem nicht ausreichen, fast 155 Euro pro Jahr für das Hosten der Bilder bezahlen, ohne, dass man bis dahin auch nur einen Cent verdient hat.
Mein Fazit: Ich lasse die freigegebenen Bilder jetzt einfach dort vor sich hin dümpeln. Eine Empfehlung kann ich jedoch nicht guten Gewissens aussprechen. Es sei denn, man hat eine sehr kooperative Möwe an der Hand.
Hinweis: Dies ist ein Re-Post eines Beitrags vom 18.10.2021. Der Schreibstil wurde für diese Veröffentlichung angepasst und aktualisiert.
Update 2026: Der Dienst EyeEm wurde vom Anbieter zum 13.01.2026 dauerhaft eingestellt. Die vorhandenen Inhalte gingen – sofern die entsprechenden Zustimmungen der Lizenzgeber vorlagen – an Freepik über.
P.S.: Als alternative Plattform bietet sich beispielsweise Alamy an. Ich werde diesen Dienst irgendwann wahrscheinlich mal testen und dann berichten.
Fotos: Norbert Beck / Layout: canva PRO und Norbert Beck
Rechtschreibung
Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.
Fehler? Klar, ich bin auch nur ein Mensch! Vor der Veröffentlichung lasse ich meine Blogposts von einer KI (z. B. ChatGPT) auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen, um die gröbsten Patzer auszumerzen. Das Ergebnis ist sauberer als so mancher Zeitungsbeitrag – und das will was heißen! 😉
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