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Geld mit Fotos – EyeEm oder sprechen sie marionettisch oder möwisch?

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Geld mit Fotos verdienen, das klingt grundsätzlich schonmal gut. Insbesondere wenn es Berichte, wie zu EyeEm gibt, wo Fotografen damit überzeugen, dass diese in relativ kurzen Zeiträumen viel Guthaben bei dem Fotodienst angesammelt haben. Auch die Partnerschaft mit der berühmten Agentur Getty Images ist ein Pfund, mit dem EyeEm wuchern kann. Zugegeben: Argumente, die auch mich überzeugt haben. Allerdings muss ich nach zwei Wochen und weiteren Recherchen sagen: Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Rund 250 Bilder hatte ich nach meiner Anmeldung bei EyeEm hochgeladen. Kaum eine halbe Stunde später, das erste Bild angenommen und gleich auch mit Partnerservice. Also wird Getty Images in den nächsten Wochen, das Bild in ihrem Katalog mit aufnehmen. Fotos von mir bei einer so großen Agentur. Wow.

Ein paar Tage später saß der Frust eher tief. 250 Bilder. Ein Bild angenommen, 249 Bilder noch in Prüfung und es tat und tat sich einfach nichts. Natürlich, weiß ich nicht wie viele Bilder EyeEm so am Tag bekommt. Bei Massen kann es natürlich dauern, bis die eigenen Bilder dran sind. Nur ob da wirklich ein Mensch sitzt, der die Bilder prüft?

Schon beim Festlegen der Tags sagt mir die Autotag-Funktion von EyeEm, dass diese sehr gut automatisch Fotos analysieren können. Die Algorithmen haben sehr gut erkannt, was auf den Fotos abgebildet wurden und in über 90 % der Fälle vollautomatisch die richtigen Tags vorgegeben, sodass ich nur noch einen aussagekräftigen Bildtitel auswählen musste und das Foto bestätigte. Das war schon mal eine sehr coole Erfahrung.

Nach etwas über einer Woche waren dann meine Bilder dran. Allerdings habe ich keinen blassen Schimmer wonach die Bilder angenommen wurden. Bilder, die ich für sehr gut hielt, wurden abgelehnt, während eher banale Bilder angenommen wurden und sogar für den Partnerservice – also die Übernahme bei Getty Images – vorgesehen wurden. Was ich sicher sagen kann ist, dass die Bilder innerhalb der Blase wo diese schweben, was Besonderes sein müssen oder die Blase eher klein und mit wenig Bilder belegt sein muss oder besser noch gar nicht existiert. So wurde unter anderem eine Detailaufnahme vom Eidersperrwerk abgelehnt – davon gab es schon Dutzende, während eine eher belanglose Bildkomposition des Viadukts bei Lengenfeld im Eichsfeld und darum liegende Bilder angenommen wurden.

Mittlerweile sind rund 50 Bilder bestätigt. Den Rest, der nicht für den Markt bestätigt wurde, habe ich weggelöscht.

Aber es sind immer noch gut zwei Dutzend Bilder, die nicht bestätigt wurden und auf “In Prüfung” stehen. Seltsamerweise sind dies zum großen Teil die ältesten Bilder – sprich die ich mit zuerst hochgeladen habe.

Warum ich zweifele, dass die Bilder wirklich von einem Menschen geprüft wurden?

Gestern erhielt ich eine Mail, dass zwei weitere Bilder angenommen wurden und auch bei Getty Images vertrieben werden sollen. Allerdings soll ich für diese Bilder sogenannte Modelizenzen beibringen. Modelizenzen dienen zur rechtlichen Absicherung der Fotos. Mit einer solchen Lizenz bestätigt eine auf dem Bild abgebildete Person, dass sie mit der Aufnahme des Bildes und deren Vertrieb einverstanden ist. Jedoch habe ich mit diesen Lizenzen ein Problem…

Ich sag es mal so: Spricht einer meiner Blogleser vielleicht marionettisch oder möwisch?

Denn die Personen, bei denen ich die Lizenzen einholen soll, sind oben im Museumshafen Övelgönne abgelichtete Möwe und auf einem historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg fotografierten Marionetten. Ich bezweifele, dass weder die eine tierische, noch die hölzerne Persönlichkeit mir eine Unterschrift geben werden. Bei der Möwe, wäre noch zu befürchten, dass sie einfach drauf scheißt.

Ein Mensch hätte den Unterschied zwischen einem menschlichen Model und Tier oder Puppe wohl bemerkt.

Nein, ich habe noch nichts mit den Bildern verdient. Ich bezweifele aber mittlerweile auch, dass die Beträge früherer Berichte noch erreichbar sind. Fünfundzwanzig oder mehr Euro im Verkaufsfall pro Bild sollen da möglich gewesen sein. Die Realität dürfte heute eher anders aussehen. Seinerzeit wurden Verkäufe noch von EyeEm subventioniert. Sollte ein Bild bei Getty Images verkauft werden, zieht erstmal Getty Images seine Provision ab, dann kommt EyeEm und zieht seine eigene Provision ab. Hat der Kunde am Ende nur eine kleine Lizenz gekauft, bleiben für den Fotografen nur noch Cent-Beträge übrig. Auszahlungen, die gerade mal bei 25 Cent für ein Bild liegen sind leider keine Seltenheit, sodass Berichte von fast 1.000 Euro in einem Jahr heute eher unrealistisch erscheinen.

Das Problem an der Sache ist, dass es hier kaum wirkliche Alternativen gibt. Will man evtl. Bilder direkt selbst verkaufen gab es noch Dienste wie Fotoportopro und Pictrs. Fotoportopro hat im Sommer 2018 den Dienst eingestellt. Bei Pictrs muss man, wenn die 3 GB freier Speicherplatz einem nicht ausreichen, fast 155 Euro pro Jahr für das Hosten der Bilder bezahlen, ohne, dass man bis dahin auch nur einen Cent verdient hat oder weiß, ob man das Geld je wieder reinbekommt. Bei so Diensten sollte man schon sicher sein, dass man eine Nische besetzt, die entsprechend Umsatz bringt.

Ich werde die freigegebenen Bilder bei EyeEm einfach laufen lassen. Wobei, wenn man Umsätze mit 25 Cent nimmt und einen Mindestauszahlungsbetrag von 10 €, dann weiß man schon, wie viel Bildlizenzverkäufe man braucht, um sich einmal abends drei Bierchen gönnen zu können. Weiterempfehlen, werde ich den Dienst aber eher nicht.

Fotos: Norbert Beck / Layout: canva PRO und Norbert Beck


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Norbert Beck

Einst wollte er nur laufen, dann kamen gesundheitliche Rückschläge, die Pflege eines Angehörigen und damit ein jahrelanges Leben am gesundheitlichen Limit. Nun ist er wieder auf dem Weg zurück und sagt immer noch "Ich bin schlank, man sieht doch nicht!" Seine Ziele: Gesünder leben, Kilos verlieren, Spaß haben und irgendwann wieder laufen.
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