Bergauf, bergab

Springen wir doch mal zurück ins Jahr 2013. Ich machte binnen Jahresfrist bei über 40 Wettkämpfen mit. Fast den kompletten Nordhessencup nahm ich teil, und wäre am Ende theoretisch, wenn es die Regeln zugelassen hätten, in 4 Wertungen gekommen. Gewertet wurde nur die beste Platzierung. Ich war in Hannover zum Halbmarathon, in Berlin zum gescheiterten Marathon und in Frankfurt zur Staffel. Aber noch etwas bleibt aus diesem Jahr. Ich war innerhalb eines Jahres über 3.000 Kilometer gelaufen.

Danach ging es bergab. Gesundheit, Pflege der Mutter und das Gewicht kam wieder. Vor 1 3/4 Jahren verstarb meine Mutter überraschend. Ich fing an, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Viel hat sich getan.

Seit dieser Zeit sind über 30 Kilo verschwunden. Bevor das Lob zu groß wird. Rund 60 – 70 Kilo sollen noch weg. Und ein wenig ist es, als ob die Magie von vor 10 Jahren, wo ich schonmal diese Reise machte, wieder da ist.

Heute stand ich in den Feldern oberhalb von Oberdünzebach. Ich hatte vor kurzen als ich für ein Spiel Wegpunkte markierte, einen Weg gesehen, der bergauf in den Wald ging. Irgendwo später ging ein Weg wieder bergab und es gab einen Querweg. Also etwas, was eine Runde versprach.

Ganz ehrlich: Früher hätte ich gesagt, dass ich Steigungen hasse. Heute lag mir der Spruch meiner Trainerin in den Ohren: Setz auch mal andere Reize. Immer nur flach kann jeder.

Früher hätte ich auch versucht, stur zu laufen. Meine Gesundheit bremst mich hier aus. Und ich habe gelernt, meine Schwächen zu akzeptieren. Wenn es nicht geht, dann geh. Und das ist ein Vorteil. Stecken, wo ich früher Fussballett betrieben hätte, wie den Rumpelweg heute passierte ich ohne Probleme.

Vielleicht ist es das Alter, dass man weiser wird. Man muss nicht mehr ständig die Faust in der Tasche haben, nicht immer sich mit dem anderen messen. Man verzeiht leichter und ist zufriedener.

Am Bergkamm verwand der Weg im Wald. Ich postete noch in meinem Profil das es heute 3,5 – 4 Kilometer werden würden, da wusste ich wo ich den Wald wieder verließ noch nicht, dass ich irgendwie mindestens einen Weg zu spät wieder aus dem Wald kam, dass ich, weil ein Querweg unpassierbar war, den Hauptweg aus dem Wald bis fast zum Dorf runternehmen würde und durch eine Senke bergauf wieder zum Auto kommen würde und meine Uhr am Ende 5,6 Kilometer melden sollte.

Vor eineinhalb Jahren wusste ich noch nicht mal, dass ich solche Strecken mit einem solchen Profil wieder aufrecht bewältigen würde. Ich wusste nicht, dass ich es wieder lieben würde, jeden Tag mindestens 30 Minuten zu Fuß unterwegs zu sein.

Nach der Runde heute trank ich die Flasche Mineralwasser, die ich im Auto positioniert hatte, auf Ex und sah dem Sonnenuntergang zu. Herrlich. Sowas nennt man: glücklich sein.

Ich hab einfach beschlossen, glücklich zu sein.

Kann man sowas einfach beschließen? Ich glaube, ich werde in meinem Podcast demnächst darüber mal sprechen.

Natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Mein Rücken zickt herum. Mein Hausarzt würde wieder mal sagen: Hexenschuss und ruckzuck hätte ich wieder die dicke Spritze im Rücken. Nein, es wäre dieses Jahr schon das fünfte Mal.

Ich habe zwar gelernt, mit den Schmerzen umzugehen. Ich habe Wege auch ohne Schmerzmittel die Schmerzen zu mindern, sodass ich durch den Tag komme. Ich will die Schmerzen aber loswerden.

Wenn es auch primär im Rücken zwickt, habe ich schon mitbekommen, dass es an den Gelenken in der Hüfte unter Belastung knirscht. ISG, wäre da mein Gedanke. Ich hab in einer Woche einen Termin beim Physio zur Klärung.

Alte Lauffreunde würden einfach sagen: Mit Deinem Gewicht läuft man ja auch nicht. Tue ich ja auch nicht. Zumindest nicht die ganzen Strecken, sondern wie es passt. Außerdem sind es dieselben, die dreimal im Winter mit Atemwegsentzündungen flach liegen und trotzdem weitertrainieren.

Ich bin schon gespannt, wohin es mich morgen verschlägt. Es gibt noch soviel zu sehen, soviel zu gehen, soviel zu laufen.

Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: canva PRO und Norbert Beck


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