Es gibt diesen Moment kurz nach dem Aufstehen, an dem der Kopf noch im Tiefschlaf liegt, die Fülle der Ausreden aber schon auf Betriebstemperatur läuft. Mein innerer Saboteur weiß genau, wie er mich kriegt. Jahrelang war die Logik unumstößlich: Wer mit dem Auto fährt, spart Zeit, schont die Gelenke und ist pünktlich im Büro. Dass die Realität meist aus zähem Verkehr und einem schlechten Gewissen bestand, habe ich gekonnt ignoriert.
Irgendwann war klar, dass sich etwas ändern muss. Nicht weil mir ein Ratgeber eingeredet hat, ich müsse wie ein Schweizer Uhrwerk funktionieren, sondern weil mein Aktionsradius schleichend immer kleiner wurde. Ich wollte wieder mehr Bewegung in meinem Alltag haben, ohne daraus gleich eine Wissenschaft zu machen. Also habe ich angefangen, meinem eigenen Schweinehund kleine Stolperfallen in den Weg zu legen.
Seit fast einem halben Jahr marschiere ich an vier von fünf Tagen zu Fuß zur Arbeit. Das ist kein Heldenepos und kein Trainingslager für einen Marathon. Es ist schlicht die Erkenntnis, dass wir Menschen Gewohnheitstiere sind. Wenn die bequemen Schuhe abends direkt vor dem Bett stehen, fällt man morgens im Halbschlaf quasi hinein, bevor der Verstand eine Gegendarstellung formulieren kann. Parkt man den Wagen dann noch bewusst ein Stück weiter weg, verliert der Zündschlüssel schnell seine Magie.
Das Ergebnis ist unspektakulär, funktioniert aber: Bevor der erste Kollege im Büro ein mürrisches „Guten Morgen“ herausbringt, habe ich knapp 4.000 meiner täglichen Schritte bereits absolviert. Unser Gehirn liebt Automatismen. Es greift nach den tief eingefrästen Pfaden, weil das weniger Energie kostet. Macht man den alten Weg anstrengender und den neuen bequemer, schlägt die Faulheit auf einmal für die richtige Seite aus.
Ganz so einfach ist es natürlich nicht überall. Bei der Sache mit dem Schokoriegel um zehn Uhr vormittags habe ich länger gebraucht. Ich habe mich irgendwann gefragt, warum die Hand immer wieder automatisch in die Schublade wanderte. Es war selten echter Hunger. Meistens war es schlicht Frust oder ein vernachlässigtes Frühstück. Der Zucker war der schnelle Ausgleich für die Nerven. Erst als ich angefangen habe, morgens ordentlich zu essen, löste sich dieses Ritual langsam auf.
Und wenn es doch mal schiefgeht? Schwamm drüber. Wir sind Menschen und keine durchprogrammierten Maschinen. Ein Rückschlag ist kein Grund, das ganze Vorhaben über den Haufen zu werfen. Man muss nur nach dem Fehltritt etwas schneller wieder auf den Weg finden als beim letzten Mal.
Der ständige Zwang zur Selbstoptimierung geht mir gewaltig auf den Zeiger. Ich brauche kein System, das mein Leben lückenlos durchgetaktet sehen will. Wer nach dem Feierabend einfach nur auf dem Sofa sitzen und eine Serie schauen möchte, sollte das ohne schlechtes Gewissen tun. Solange eine Gewohnheit nicht die Gesundheit ruiniert, darf sie bleiben. Es geht schließlich nicht darum, ein perfekter Mensch zu werden, sondern darum, die eigene Welt wieder ein Stück größer zu machen.
Foto: canva PRO / Layout: Norbert Beck und canva PRO
Rechtschreibung
Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.
Fehler? Klar, ich bin auch nur ein Mensch! Vor der Veröffentlichung lasse ich meine Blogposts von einer KI (z. B. ChatGPT) auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen, um die gröbsten Patzer auszumerzen. Das Ergebnis ist sauberer als so mancher Zeitungsbeitrag – und das will was heißen! 😉
Teile die Beiträge
Hat dir der Artikel gefallen? Teile ihn in deinem Lieblingsnetzwerk! Egal ob Social Media, Messenger oder anderswo – das Teilen und die Likes der Leser sind der Applaus für mich als Blogger und Vlogger. Jeder geteilte Post bringt landpirat.de mehr Leser, mehr Austausch und noch mehr Spaß am Bloggen. Also, klick auf „Teilen“ und leg los!
Werde Teil von Landpirat.de!
Deine Meinung ist gefragt! Schreib mir deine Gedanken in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht über das Kontaktformular oder die E-Mail im Impressum. Folge mir auf Facebook, X, Mastodon, Blue Sky, Instagram, Threads, Tumblr oder YouTube, um keine neuen Posts oder Videos zu verpassen. Gemeinsam machen wir landpirat.de zu einem Ort voller spannender Geschichten – dein Input macht den Unterschied!
Kommentare
