Haben Sie heute schon Ihr Handgelenk konsultiert? Falls nicht, wird es höchste Zeit. In einer Welt, in der uns das Smartphone sagt, wann wir trinken müssen, übernimmt die Sportuhr am Handgelenk den Part des unerbittlichen Drill-Instruktors. „Geh!“, vibriert es fordernd. Und wir gehen. Meistens exakt bis zur magischen 10.000, denn seit der Arzt des Vertrauens dieses Ziel beiläufig erwähnte, gilt die Zahl als das elfte Gebot der modernen Gesundheitsreligion.
Marketing-Gag trifft Wissenschaft
Dabei fing alles so herrlich profan an. Die Zahl 10.000 ist keine medizinische Offenbarung, sondern das Ergebnis eines Geniestreichs der japanischen Firma Yamasa aus den 1960ern. Um ihren Schrittzähler „Manpo-kei“ (übersetzt: 10.000-Schritte-Meter) zu verkaufen, erfand man dieses Ziel einfach. Ein Werbeslogan wurde zum globalen Standard.
Zugegeben, die Wissenschaft hat später artig nachgeliefert. Stanford-Forscher bestätigten 2004, dass fleißiges Gehen tatsächlich den Blutdruck senkt und den BMI schrumpfen lässt. Auch das American Journal of Preventive Medicine winkte 2017 freundlich mit positiven Sterblichkeitsstatistiken. Doch die Ironie der Geschichte: Spätere Studien flüsterten leise, dass eigentlich auch 7.500 Schritte reichen würden. Aber wer will schon eine „krumme“ Zahl auf dem Display, wenn man das runde Marketing-Gold haben kann?
Wenn der Diesel für die Fitness sorgt
Besonders amüsant wird es bei der technischen Präzision. Wer nach einer langen Autobahnfahrt stolz auf seine 12.000 Schritte blickt, sollte nicht zu früh jubeln. Die Beschleunigungssensoren unserer digitalen Begleiter sind nämlich mitunter etwas übereifrig. Sie interpretieren Schlaglöcher, heftiges Lenken oder die Vibrationen eines alten Diesels gerne mal als sportliche Höchstleistung. Wer also echte Daten will, muss die Uhr beim Fahren entweder in die Tasche verbannen oder auf GPS-Modelle setzen, die klug genug sind, um zu merken, dass kein Mensch mit 140 km/h joggt.
Daten, Sicherheit und das große „Oder“
Überhaupt sind diese Wunderwerke am Handgelenk eher Schätzeisen als Labortechnik. Ob Schrittzahl oder Kalorienverbrauch – es sind motivierende Schätzungen. Und während wir fleißig Schweiß und Pulsfrequenz messen, messen die Hersteller im Hintergrund oft fleißig mit. Datenschutz bei Sportuhren ist ein Thema für sich: Die Synchronisation mit der Cloud ist komfortabel, macht die eigenen Gesundheitsdaten aber zum gläsernen Gut. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn die Versicherung irgendwann fragt, warum man am Sonntag nur 200 Schritte vom Sofa zum Kühlschrank geschafft hat.
Bleibt die Frage: Reicht das schmale Fitness-Armband oder muss es die Profi-Sportuhr inklusive Wetterstation und EKG sein? Wer nur wissen will, ob er sich heute mehr bewegt hat als ein Faultier, ist mit dem Tracker gut bedient. Wer hingegen seinen Marathon bis auf die letzte Millisekunde und Bodenkontaktzeit analysieren will, greift zur Uhr.
Fazit
Gehen ist gesund – für Herz, Hirn und Stoffwechsel. Ob es nun exakt 10.000 Schritte sind oder nur 8.432, ist Ihrem Körper herzlich egal. Jeder Schritt zählt. Nur bei einem Mann gelten ohnehin andere Regeln: Chuck Norris geht keine 10.000 Schritte. Die Schritte passen sich ihm an. Und wenn Chuck Norris beim Autofahren Schritte zählt, dann hat das Auto vor Ehrfurcht gezittert.
Hinweis zur Aktualität: Bei diesem Text handelt es sich um einen Re-Post eines Beitrags vom 24.04.2023. Der Inhalt wurde im Rahmen der Veröffentlichung stilistisch überarbeitet, in das Format einer Glosse übertragen und auf den aktuellen Stand gebracht, um die zeitlosen (und manchmal absurden) Aspekte des Fitness-Trackings noch pointierter zu beleuchten.
Foto: Norbert Beck / Beitragsbild-Layout: Norbert Beck
Rechtschreibung
Die Interpunktion und Orthographie dieses Textes sind frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Rechtschreibregeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.
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